Wir haben es geschafft! Es gibt einen neuen Retter für die Letter!
Norbert Luther ist zwar kein "Klassischer" Mediziner, sondern Heilpraktiker; aber die Letter freuen sich trotzdem wie Bolle, dass er im Oktober die Praxis ihres ehemaligen Landarztes überbnehmen wird. Zumindest die kleinen Wehwechen der Letter wird der "Neue" in Zukunft mit alternativen Heilmethoden und Globuli behandeln können.
Die Letter halten natürlich auch Wort: Nico Ringhoff wird wie versprochen zur Praxiseinweihung die Würstchen sponsern und Gabi Altefrohne wird die Praxis mit Blumen dekorieren. Ob allerdings Friseurin Maria Sowat in Zukunft Norbert Luthers Haare schneiden wird- das ist bei seiner Frisur wohl doch eher fraglich
;-)...
Und so berichten deutschlandweit die Medien über unsere Aktion:
Die Deutsche Presse Agentur dpa veröffentlichte am Freitag, 26.11.10 um 11.34 Uhr:
"Arzt gesucht: Dorf lockt mit Würstchen und Haarschnitt
Der alte Landarzt ist im Ruhestand. Wer soll in dem Dorf Lette jetzt Knochenbrüche und Erkältungen behandeln? Die 2250 Einwohner wollen einen neuen Mediziner mit Geschenken überhäufen - wenn er nur kommt.
Lette (dpa/lnw) - Lette ist ein schöner Ort zum leben. Das kleine Dorf im südlichen Münsterland ist von Radwegen umgeben. In der ländlichen Idylle gibt es alles, was man so braucht. Der Bäcker liegt neben dem Metzger, der Friseur neben dem Gärtner. Nur eines fehlt den Lettern ganz dringend: Ein Arzt. Mehr als 20 Jahre lang hat sich der Landarzt Siegfried Kipper um Knochenbrüche und verschnupfte Nasen der Letter gekümmert, doch seit Ende September ist der 69-Jährige im Ruhestand. Nun suchen die 2250 Einwohner des Fleckens nahe Warendorf verzweifelt nach einem Nachfolger - mit allen Mitteln: Vom Metzger
gäbe es Würstchen, vom Bäcker die Brötchen dazu, die Friseurin würde Herrn Doktor die Haare schneiden. Natürlich alles umsonst.
Eigentlich sind wir doch eine Vorstadt des Ruhrgebiets, sagt Fleischer Niko Ringhoff. Der gemütliche Mann mit der Schürze lacht laut auf. Wieso bisher kein neuer Arzt in seinem Heimatort Lette anfangen will, versteht der 30-Jährige überhaupt nicht. Verhungern müsste der Neue jedenfalls nicht. Ob Schweineschnitzel mit Pommes oder Grünkohl mit Kasseler: Eine Woche lang könnte er hier umsonst zu Mittag essen, sagt Ringhoff. Und das Frühstück gäbe es auch gratis. Wir würden ihm und seiner Familie eine Woche lang kostenlos
Brot und Brötchen anbieten, verspricht Yvonne Junkerkalefeld, Besitzerin der hiesigen Mühlenbäckerei.
Und die Geschenkeflut geht weiter. Zum Einstand kriegt er einen Haarschnitt, verspricht die Friseurin Maria Sowart. Den Termin dürfe sich der Arzt raussuchen. Dass das Dorf keinen Allgemeinmediziner mehr hat, stört die 58-Jährige. Zu einer Gemeinschaft gehört auch ein Arzt. Das fehlt so richtig. Auch die Rentnerin Roswitha Kröger spürt Nachteile. Weil sie regelmäßig Tabletten braucht, fährt sie nun mit dem Bus zum Arzt ins fünf Kilometer entfernte Clarholz. Der Bus fährt aber nur alle paar Stunden. Ich kann ja nicht stundenlang in Clarholz rumlaufen. Da ist doch nix, beschwert sich die 66-Jährige.
Auch im Blumenladen von Gaby Altefrohne diskutieren die Bürger von Lette über den Arzt, der nicht mehr da ist. Es ist einfach nicht schön, meint die 47-jährige Floristin. Sie beteiligt sich deshalb an der Charme-Offensive. Ich würde ihm die Praxis schön dekorieren. Selbst um ein Bett müsste sich der neue Landarzt keine Sorgen machen. Sollte er keine Wohnung finden, könnte er auch ein paar Nächte umsonst im hiesigen Hotel wohnen. Die Letter meinen es also ernst.
Das ist ein Örtchen, das noch zusammenhält, sagt die Journalistin Katrin Plachky, die gemeinsam mit der Moderatorin Jenny Heimann von Lokalradio WAF in Warendorf die Aktion Retter für die Letter initiierte. Ob die Geschenke-Strategie aufgeht, ist aber noch offen. 100 und mehr Gespräche mit Ärzten, Krankenhäusern und der Ärztekammer hat der CDU-Kreistagsabgeordnete Paul Tegelkämper bisher geführt - ohne Erfolg. Es sieht nicht gut aus, sagt der 59-Jährige.
Die Zeit spricht gegen die Letter: Nur noch bis Ende Dezember stehen
die Praxisräume von Siegfried Kipper frei. Dann wird neu vermietet. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe schätzt die Chancen von Lette eher nüchtern ein. Lette ist viel zu klein, um für einen jungen Arzt attraktiv zu sein, sagt Sprecher Andreas Daniel. Die Nachwuchsmediziner ziehe es eher in große Städte. Die Arbeit eines Landarztes sei extrem arbeitsintensiv: Fielen auf einen Stadtmediziner rund 950 Patienten pro Quartal, seien es auf dem Land
oft doppelt so viele. Es wird nicht mehr in jedem Dorf einen Arzt geben, so wie es auch nicht mehr überall einen Supermarkt, eine Kirche oder eine Post gibt, lautet die Prognose des Ärztekammer-Vertreters. Nordrhein-Westfalen sei bei der Ärztedichte aber noch vergleichsweise gut dran. Im Osten Deutschlands sehe es noch schlimmer aus, tröstet die Kammer."
Und auch die Süddeutsche Zeitung berichtet in ihrer Ausgabe vom 25.11.10 über die Aktion. Das können Sie sich hier sogar anhören.
Auch der Focus berichtet über unsere Aktion.
Und das ist der Artikel der Ärztezeitung.
Genauso wie die Nürnberger Nachrichten und die Westdeutsche Zeitung.
Und das berichten die Westfälischen Nachrichten.
Und auch das Fernsehen hat über die Radio WAF-Aktion berichtet. Hier finden Sie den Filmbeitrag.
Hören Sie, wie es in der Praxis aussieht:
Und das alles bieten die Letter ihrem neuen Landarzt:
Die Situation der Landärzte
Jenny Heimann hat den Vizepräsidenten der Ärztekammer Westfalen-Lippe Dr. Klaus Reinhard gesprochen:











































