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Markus Bußmann
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Nachrichten aus dem Kreis Warendorf

Spanien bietet «Open Arms» sicheren Hafen an

Der Kapitän des Rettungsschiffs «Open Arms» hatte vor einer tickenden Zeitbombe gewarnt. Doch Italiens Innenminister Salvini blieb hart. Nun reagiert die Regierung in Madrid.

Drama um Rettungsschiff

Madrid (dpa) - Nach zweieinhalb Wochen auf See hat Spanien dem Rettungsschiff «Open Arms» offiziell Algeciras in Andalusien als sicheren Hafen angeboten.

«Ich habe veranlasst, dass der Hafen von Algeciras für den Empfang der #OpenArms aktiviert werden soll», twitterte der sozialistische Ministerpräsident Pedro Sánchez am Sonntag. «Spanien handelt immer in humanitären Notfällen.» Nachdem 27 unbegleitete Minderjährige am Samstag auf der italienischen Insel Lampedusa von Bord durften, harren noch 107 Migranten auf dem Schiff der spanischen NGO Proactiva Open Arms aus.

«Die unfassbare Reaktion der italienischen Behörden und insbesondere des Innenministers Matteo Salvini, alle Häfen zu schließen», habe Spanien zu diesem Schritt veranlasst, zitierte die Zeitung «El País» aus einer Mitteilung der Regierung.

Kapitän Marc Reig hatte zuletzt vor einer gefährlichen Eskalation der Situation an Bord gewarnt. «Jede Sekunde, die vergeht, rückt die Explosion dieser Bombe näher. Entweder jemand schneidet jetzt das rote Kabel durch und deaktiviert sie, oder die "Open Arms" wird explodieren», sagte er.

Die Menschen harren zum Teil seit zweieinhalb Wochen auf engstem Raum aus. Seit die «Open Arms» in unmittelbarer Nähe von Lampedusa liegt, ist der psychologische Druck noch größer: Die Menschen haben Land in Sicht, das sie aber nicht betreten dürfen. Proactiva-Gründer Oscar Camps erzählte von Streit und ständigen Diskussionen unter den verzweifelten und resignierten Migranten. «Die Menschen verlieren die Geduld und sind sehr nervös», sagte eine spanische Fernsehreporterin an Bord. Einige Migranten hätten gedroht, Selbstmord zu begehen oder ins Wasser zu springen.

Salvini hatte zuvor getwittert, er werde nicht nachgeben. «In den vergangenen 16 Tagen hättet ihr in aller Ruhe nach Spanien fahren können», schrieb er mit Blick auf die spanische Herkunft der NGO Proactiva Open Arms.

In ihrer zweieinhalbwöchigen Irrfahrt hatte die «Open Arms» zeitweise fast 160 Migranten an Bord. Jedoch waren einige gesundheitlich so angeschlagen, dass sie in den vergangenen Tagen nach Malta und Italien gebracht wurden.

Die italienische Küstenwache hat derweil nahe Lampedusa 57 Migranten auf einem Boot entdeckt und auf die Insel gebracht. Es handele sich wahrscheinlich um Tunesier, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Unter den Migranten waren eine schwangere Frau und ein Junge, der offenbar einen Nervenzusammenbruch erlitten hatte.

Südlich von Sizilien wartete auch das Rettungsschiff «Ocean Viking» mit 356 Migranten auf die Erlaubnis, in einen sicheren Hafen fahren zu können. Die Organisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen (MSF) hatten die Menschen in mehreren Einsätzen in Sicherheit gebracht. MSF twitterte zuletzt: «Wir wissen, was diese im Meer geretteten Menschen durchgemacht haben. Wir kennen den Horror in Libyen, vor dem diese Menschen fliehen.»