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Lars Niermann
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Nachrichten aus dem Kreis Warendorf

So wappnen sich Bewerber für Standardfragen

Aufgeregt vor dem Vorstellungsgespräch? Das muss nicht sein. Wer sich als Bewerber auf Standardfragen gut vorbereitet, ist im Vorteil.

Auf den Zahn gefühlt

Bielefled (dpa/tmn) - Mit der Einladung zum Vorstellungsgespräch ist die erste Hürde auf dem Weg zum neuen Arbeitsplatz genommen. Damit Bewerber ihr Ziel erreichen, heißt es nun, sich gut vorzubereiten. Fünf Standardfragen - was Personaler damit bezwecken und wie Bewerber darauf antworten können.

Frage eins: Was sind Ihre Stärken und Schwächen?

«Mit dieser Frage wollen Personaler herausfinden, wie selbstreflektiert ein Bewerber ist», sagt Yasmin Kurzhals. Die Personalchefin von Auxmoney in Düsseldorf ist Mitglied im Präsidium des Bundesverbands der Personalmanager (BPM). Wichtig ist, die Frage ehrlich und authentisch zu beantworten. «Wer Stärken aufzählt, sollte sie mit konkreten Fallbeispielen belegen können», erklärt Ute Gietzen-Wieland, Business- und Mental-Coach in Bielefeld.

Auch in Sachen Schwächen ist Offenheit angesagt. «Schwächen im Sinne von Entwicklungsfeldern hat jeder», betont Sophia von Rundstedt, geschäftsführende Gesellschafterin bei der Karriereberatung Rundstedt & Partner in Düsseldorf. Bekennt sich ein Bewerber dazu, dass seine IT-Kenntnisse noch nicht perfekt sind, er sich aber weiterbildet, dann kreiden Personaler ihm das in der Regel nicht an.

Frage zwei: Wie reagieren Sie, wenn es stressig wird?

Personaler wollen erfahren, wie ein Arbeitnehmer im Joballtag in Momenten mit hoher Belastung tickt. «Kandidaten sollten zeigen, dass sie belastbar sind und welche Strategien sie im Umgang mit Stress anwenden», rät von Rundstedt. Gut ist auch, wenn ein Bewerber aufzeigen kann, dass er beruflichen Stress privat bestens kompensieren kann - etwa, weil er Entspannungstechniken wie Yoga praktiziert oder Kraft schöpft durch das Zusammensein mit der Familie und mit Freunden.

Frage drei: Warum sollten wir gerade Sie einstellen?

Hiermit wollen Personaler ausloten, inwieweit ein Bewerber auf den Punkt genau argumentieren kann. Kandidaten sollten klar und detailliert aufzeigen, dass sie die Jobanforderungen erfüllen könnten, weil sie das passende Profil mitbringen. «Zugleich ist es wichtig, sich als Teamplayer zu präsentieren, der sich auch gut in neue Arbeitssituationen einfinden kann», sagt Kurzhals.

Frage vier: Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Mit dieser Frage möchten Personaler die Ambitionen eines Bewerbers kennenlernen. «Die Antwort auf diese Frage ist eine Gratwanderung», erklärt von Rundstedt. Einerseits sollten Bewerber nicht zu wenig Ambitionen zeigen. Andererseits ist es auch nicht ratsam, sich überambitioniert zu präsentieren und sich etwa als Angestellter auf mittlerer Ebene in fünf Jahren an der Spitze eines Weltkonzerns zu sehen: «Bewerber können insbesondere punkten, indem sie realistische Karriereziele benennen.»

Frage fünf: Wofür interessieren Sie sich in Ihrer Freizeit?

Personaler wollen die Persönlichkeit eines Bewerbers näher kennenlernen. Ob Sport, Literatur, Familie oder Reisen - «Personaler wollen wissen, was dem Bewerber wichtig ist und welchen Ausgleich er zum Berufsalltag hat», sagt von Rundstedt. Aus Freizeitaktivitäten ließen sich gewisse Rückschlüsse ziehen, erklärt Kurzhals. So ist jemand, der malt, kreativ, und wer sich ehrenamtlich engagiert, ist hilfsbereit.