Dürfen Straßen noch nach Menschen benannt sein, die dem Nationalsozialismus nahe standen? In vielen Kommunen wird derzeit über diese Frage debattiert – in Münster zum Beispiel über den Hindenburgplatz. Die Gemeinde Everswinkel hat ein derartiges Problem jetzt auf kreative Art gelöst: Die Wagenfeldstraße darf ihren Namen behalten – er wird trotzdem entnazifiziert: Die Straße ist nicht mehr dem Heimatdichter Karl Wagenfeld gewidmet, der ein Anhänger der nationalsozialistischen Rassenlehre war. Sie soll jetzt an den unverdächtigen Produktdesigner und Bauhaus-Schüler Wilhelm Wagenfeld erinnern. Die Anwohner können also ihre Ausweise, Visitenkarten und Briefköpfe behalten. Die Straßenschilder bekommen eine Zusatztafel. Einen analogen Fall dieser folgenlosen Art von „Straßen-Umbenennung“ hat es auch schon in Telgte gegeben.













