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Johanna Schmidt
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Neue Studie

Die Corona-Warn-App: Wirksamer Lebensretter, aber immer wieder mit Fehlern

junge Frau tanzt fröhlich

Die Corona-Warn-App: Wirksamer Lebensretter, aber immer wieder mit Fehlern

  • Die Corona-WarnApp wurde hierzulande bislang schon mehr 18 Millionen Mal runtergeladen.
  • Immer wieder werden bei der Nutzung kleine Fehler entdeckt
  • Eine aktuelle Studie belegt aber, die App kann tausende Leben retten.

Corona-Warn-Apps retten Leben
Die Wirkung von Tracing-Apps wie die deutsche Corona-Warn-App hat eine ganz neue Studie der Oxford University in Zusammenarbeit mit Google untersucht. Danach sinkt die Zahl der Todesfälle um 78%, wenn 75% aller Menschen eine solche App nutzen würden. Gleichzeitig belegt die Studie aber auch, dass die Apps nicht eine Mindest-Nutzerzahl brauchen, um wirksam zu werden. Schon bei geringeren Nutzungszahlen, bewirke die App, dass die Fallzahlen tödlicher Verläufe sinken würden und auch die Infektionszahlen. Rob Hinch, einer der Co-Autoren der Studie, mahnt deswegen auch: „Es ist wichtig, sie (die App, Anm. des Autors) als Grundsäule eines größeren Maßnahmenpakets zu betrachten.“

Achtung: Die Anzeige „Höheres Risiko“ muss nicht stimmen
„Unter der am 01.09. von Apple veröffentlichten neuen iOS-Version kann es bei einer geringen Zahl von Nutzer*innen zu irreführenden Risiko-Berechnungen kommen. In der App wird einigen Nutzer*innen unter Umständen ein höheres Risiko angezeigt als sie tatsächlich hatten,“ so ist es am Wochenende eher lapidar im Blog der deutschen Corona-WarnApp zu lesen. Tatsächlich ist es wohl ein Fehler, der nur wenige Nutzer betrifft (das Problem haben nur Nutzer des neuen Apple-Betriebssystem 13.7). Aber es ist ein Fehler, der (weitere) Unsicherheit schürt. Laut Blog arbeiten die Entwickler „mit Apple unter Hochdruck“ daran, den Fehler bald mit einem Update beheben zu können.

Kleine Fehler, große Wirkung?
Die neuerlichen Komplikationen fügen sich ein, in eine ganze Reihe kleinerer und größerer Probleme, rund um die millionenteure App (Die Bundesregierung hat den Entwicklern SAP und Telekom insgesamt 20 Millionen Euro für die App-Entwicklung gezahlt). Erst kürzlich war festgestellt worden, dass der Datenaustausch im Hintergrund der App nicht kontinuierlich funktionierte. Daraufhin hatten die Entwickler den Apple-Nutzern empfohlen, doch möglichst das neue Betriebssystem 13.7 runterzuladen. Zeit Online hatte Ende Juli schon ganze sieben Fehler der App diagnostiziert und ihre Auswirkungen für die Nutzer beschrieben. Ob diese Probleme zu einer geringeren Nutzung der App führen, ist allerdings unklar. Es gibt keine Zahlen dazu, wie aktiv die App von den 18 Millionen Menschen genutzt wird, die die Anwendung auf ihr Smartphone geladen haben.

Unsicherheit durch Google und Apple
Weitere Unruhe hat in den vergangenen Tagen eine Ankündigung von Google und Apple erzeugt: Unter der Bezeichnung „Exposure Notifications Express“ haben sie eine eigene Option geschaffen, um mögliche Kontakte mit Covid-19-Infizierten zu erfassen bzw. nachzuvollziehen. Doch diese Eigen-Entwicklung ist nicht als Alternative zu den vorhandenen Tracing-Apps gedacht. Vielmehr ist die neue Funktion ein Angebot für Landstriche, Bundesstaaten und Länder, die keine eigene Corona-Tracing-Apps entwickeln können bzw. entwickelt haben.

Kein App-Ersatz
Ganz klar ist damit, die Funktion von Google und Apple ist nicht als Alternative gedacht. In einem Blogbeitrag der mit an der App-Entwicklung beteiligten Telekom heißt es: „Für die Nutzer der deut-schen Corona-Warn-App ändert sich damit nichts. Sie nutzen weiterhin wie gewohnt die Corona-Warn-App, die im Leistungsumfang weit über das hinausgeht, was eine „Light“-Version auf ENE-Basis bieten kann.“ (Hier geht‘s zum Download für Apple, hier zur Corona-App für Android-Smartphone-Besitzer)

Expansion geplant
Corona-Warn-Apps gibt es in mehreren Ländern. Bislang sind es meist nur national funktionierende Anwendungen. Das soll sich aber schon bald ändern. In dieser Woche startet eine Testphase, die die Kompatibilität der deutschen App mit den Pendants aus Dänemark, Tschechien, Italien, Lettland und Irland überprüfen soll. Ziel ist es, dass im Oktober diese länderübergreifende Lösung funktionieren soll. Die technische Basis kommt dabei auch aus Deutschland - die beiden deutschen App-Entwickler SAP und Telekom haben sie vorbereitet.


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