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Smartwatch
Netzklick

Smartwatches im Test

  • Smartwatches versprechen eine Vielzahl von Funktionen. In einem Test offenbarten viele Modelle aber Schwächen.
  • Besonders das Tracking der Fitnessdaten war häufig mangelhaft.
  • Die besten Uhren waren auch die mit Abstand teuersten.

Auf dem Weg nach Hause checken wir in der Bahn mit ihr kurz die WhatsApp-Nachrichten und SMS ohne das Smartphone zu zücken. Beim abendlichen Joggen zählt sie unsere Aktivitäten. Und zum Termin in der Innenstadt zeigt sie uns gleich auch noch den Weg: Smartwatches sind „schlaue Uhren“, kombinieren die Funktionen von Fitnessbändern, Smartphones und Uhren und haben sich zunehmend zu Tagesbegleitern gemausert. Sie ergänzen bzw. verlängern dabei die Smartphone-Nutzung auf unser Handgelenk.

Bislang mussten wir für diese Multifunktions-Geräte meist tief in die Tasche greifen – mehrere hundert Euro für ein Gerät waren kein Problem. Doch jetzt sind auch einige preiswertere Modelle auf dem Markt und es gibt für um die hundert Euro auch schon eine Smartwatch. Sinnvoll oder nicht? Ein aktueller Test der Stiftung Warentest hat die Antworten für 13 verschiedene Modelle.   

Viele Daten – viele Ungenauigkeiten

Eines der großen Werbeversprechen der Smartwatches ist das Messen unserer Fitnessdaten: Streckenlänge, Puls, Kalorienverbrauch – all diese Werte (und noch ein paar weitere Daten) wollen die Geräte uns liefern. Um die Genauigkeit der Ergebnisse zu testen, mussten fünf Hobbysportler 400 Meter gehen, 1,2 Kilometer Joggen, vier Kilometer Radfahren und ins Hallenbad. Die Ergebnisse der Uhren wurden mit denen eines Herzfrequenz-Brustgurtes verglichen. Das Ergebnis: Nur die Smartwatches von Apple (Series 5) und Garmin (Forerunner 245 Music) lieferten exakte Ergebnisse. Die anderen hatten vielfach bei der Pulsmessung und der Streckenlänge Probleme, besonders häufig beim Schwimmen. Oft erkannten die Geräte auch nicht, ob die Tester nun Rad fuhren oder joggten. 

Smart? Ja, meistens...

Sie sind meist nicht größer als eine normale Taucheruhr, trotzdem bergen sie viel mehr Funktionen. Das ist natürlich gerade bei der Bedienung eine Herausforderung, die die Hersteller per Touchscreen und mit bis zu fünf Tasten bewältigen wollen. Im Test gab`s dafür meist ein „Befriedigend“, nur die Geräte von Apple, Garmin und Samsung (Galaxy Watch Active) überzeugten die Tester rundum. Dafür musste besonders die Applewatch bei der Akku-Laufzeit (wurde im Bereich „Handhabung“ aufgeführt) deutliche Abstriche hinnehmen. Laufzeit-Sieger waren u.a. die Geräte von Huawei (Watch GT) und Withings (Steel HR Sport).

Ungesunde Armbänder

Bisphenol A wird seit dem 1. März 2018 als „besonders besorgniserregender Stoff“ in der EU-Chemikalienverordnung REACG gelistet. Er kann unseren Hormonhaushalt negativ beeinflussen und unsere Sexualität beeinträchtigen. In den Armbändern der Smartwatches von Samsung, Swisstone (SW 700 Pro) und Xlyne (Joli XW Pro) wurde Bisphenol A gefunden, aber in einer Menge, die „keine akute Gesundheitsgefahr“ bedeutet. Allerdings schreibt der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) auf seiner Website dazu, das Bisphenol A zu den hormonellen Schadstoffen gehöre, „die bereits in winzigen Mengen in unseren Hormonhaushalt eingreifen können.“    

(Meist) Überschaubarer Datenhunger

Die Messdaten unserer Lauf- und Schwimmaktivitäten werden genauer, wenn wir der Smartwatch u.a. unser Alter, Gewicht und Geschlecht verraten. Während solche Angaben dafür Sinn machen, ist eher unklar, warum die Uhr „wissen“ muss, wie wir heißen oder welche Telefonnummer wir haben. Unpassender Datenhunger, aber vor allem auch die fast durchgehend vorhandenen Mängel bei der Datenschutzerklärung war ein weiterer Kritikpunkt der Tester. Nur die Smartwatches von Denver (SW-560) und Swisstone konnte hier überzeugen.

Wenn Smartwatch dann teuer

Insgesamt überzeugten im Test nur die beiden mit Abstand teuersten Smartwatches von Apple und Garmin. Dabei ist das Apple-Gerät mit fast 500 Euro rund sieben mal so teuer wie die preiswerteste Smartwatch von Swisstone. Bei den preiswerteren Modellen wurde die knapp 100 Euro teure Denver-Smartwatch am besten bewertet. Sie erreichte ein knappes „befriedigend“. Der gesamte Test kann bei der Stiftung Warentest kostenpflichtig (3 Euro) runtergeladen werden.    

Brillante Perspektiven

Smartwatches galten zum Marktstart vor einigen Jahren als das berühmte „neue große Ding“, verschwanden dann aber doch eher schnell im Hintergrund – zu teuer, zu wenig Funktionen, zu umständlich waren die Vorwürfe der Nutzer. Mittlerweile sind die schlauen Uhren aber zurück im Fokus. Die neue Nutzungsvielfalt schlägt sich in den Verkaufszahlen nieder. Die kennen nur eine Richtung – nach oben. Schon 2017 hatte allein Apple mit 18 Millionen verkauften Smartwatches die gesamte Uhrenproduktion der Schweiz überholt. Eine aktuelle Prognose berechnet nach einem weltweiten Umsatz von12 Milliarden Dollar in 2018 eine Steigerung auf 27,5 Milliarden Dollar schon für 2021.


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