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Ina Atig
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Stromanbieter-Wechsel
Netzklick

Wenn der Stromanbieter-Wechsel automatisch klappt

Mehrere hundert Euro im Jahr sparen und fast nichts dafür tun müssen – das klingt erst einmal spannend oder? Wenn ich dann aber sage, das klappt, wenn wir jährlich zum optimalen Stromanbieter wechseln, dann winken viele von uns ab. Denn das bedeutet zunächst einmal einiges an lästiger Bürokratie-Arbeit: Wir müssen auf Vergleichsportalen den günstigsten Tarif raussuchen, so den richtigen Stromanbieter identifizieren, dann kündigen und neu anmelden. Das ist mindestens so reizvoll wie die Steuererklärung. Doch der regelmäßige Wechsel zum günstigsten Anbieter muss gar nicht aufwendig sein, er kann nahezu automatisch verlaufen. Möglich machen das Firmen wie „Esave“, „Switchandsave“ oder „Die Wechselfabrik“. Diese meist sehr jungen Dienstleister nennen sich Tarifaufpasser. Sie haben den wechselhaften Markt der Stromanbieter im Blick, weisen uns in kürzester Zeit die günstigsten Tarife aus und können vor allem auch Kündigung und Anmeldung für uns übernehmen. Ob wir den Tarifaufpassern trauen können, wie sie funktionieren und was sie kosten – ein Überblick. 

Tarif checken und wechseln lassen

Die Nutzung der neuen Wechseldienste ist einfach und funktioniert in der Regel online - vier Anbieter können wir aber auch telefonisch beauftragen. Als erstes tragen wir auf den Websites unseren Jahresverbrauch, unseren bisherigen Versorger und unseren Tarif ein. Anschließend bekommen wir per Mail eine oder mehrere Tarifempfehlungen. Sind wir einverstanden, können wir im Anschluss den Tarifaufpasser beauftragen, den Versorger zu wechseln. Er übernimmt Kündigung und Anmeldung. Im zweiten Jahr werden wir vom Tarifaufpasser rechtzeitig informiert, wenn der alte Vertrag konkret ausläuft. Wollen wir wieder wechseln, müssen wir per Mail zustimmen. Bei manchen Anbietern kann ein Wechsel auch automatisch erfolgen, wir haben aber ein Widerspruchsrecht.

Kosten 0 Euro oder ...

Die Nutzung mancher Tarifaufpasser ist für uns mit keinen Zusatzkosten verbunden. Sie bekommen ihre Arbeit vom neuen Stromanbieter bezahlt, der dem Tarifaufpasser eine Provision für einen Neukunden bezahlt. Das hat laut Stiftung Warentest – die hatte kürzlich die Ergebnisse eines Langzeit-Untersuchung von neun  Tarifaufpassern veröffentlicht - aber keine Auswirkungen auf den angebotenen Tarif. In der Regel verlangen die Tarifaufpasser aber eine Provision von uns als Kunden. Sie beträgt zwischen 20 und 30 Prozent der eingesparten Summe.

Alles sicher oder was?

Die Tarifaufpasser versprechen, dass die ausgesprochenen Empfehlungen alle auf „Herz und Nieren geprüft wurden“. Dabei spielen rechtliche Fragen eine Rolle aber auch der Service und der Umgang mit unseren Daten. Zudem führen die Wechselhelfer schwarze Listen mit Angeboten, die u.a. intransparent wirken und deswegen auch nicht an die Kunden weiter gegeben werden. Dass diese Recherche funktioniert, hat die Stiftung Warentest bestätigt: So wurden beispielsweise die Tarife der später insolvent gegangenen Bayerischen Energieversorgung von keinem der im Test beobachteten Tarifaufpasser angeboten und das trotz deutlich günstigerer Preise. Manche der Wechselhelfer bieten aber zusätzlich auch eine kostenlose Rechtschutz und Insolvenzversicherung an.

Und das Sparpotential?

...ist schwer zu verallgemeinern. Es hängt entscheidend vom bisherigen Tarif, von unserem Wohnort und natürlich vom bisherigen Stromverbrauch ab. Die Stiftung Warentest hat in ihrem Test beispielhaft die Abrechnung eines Testhaushalts mit einem Jahresstromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden aufgeführt. Dieser Haushalt konnte mithilfe eines Tarifaufpassers im ersten Jahr rund 220 Euro sparen und im zweiten Jahr gleich weitere 200 Euro.  Die Chancen sind hoch, dass solche Sparsummen in Zukunft sogar noch steigen. Denn der Strompreis ist in diesem Jahr nach mehreren Jahren der Stagnation auf ein Rekordhoch angestiegen. Für eine Kilowattstunde mussten wir 2018 noch durchschnittlich 29 Cent zahlen, aktuell sind es schon 32 Cent. „Mittlerweile haben wir in Deutschland die höchsten Strompreise in Europa. Verantwortlich dafür sind in erster Linie die hohen Umlagen und Steuern,“ erklärt Jörg Heidjamm, Herausgeber einer frischen Strompreisstudie. Also Zeit für einen Tarifaufpasser? Die Stiftung Warentest hat für vier der getesteten neun Tarifaufpasser jeweils eine klare Empfehlung ausgesprochen. Sie heißen „esave.de“, „switchup.de“, „wechselpilot.com“ und „Wechselstrom-ac.de“. Mehr Informationen und weitere Einzelheiten zu den Angeboten der unterschiedlichen Tarifaufpasser finden wir im kostenpflichtigen Test (2 Euro).


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