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Simon Pannock
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Archiv der Nachrichten aus dem Kreis Warendorf

400.000 € Schmerzensgeld für gehirngeschädigtes Kind

Ein Gynäkologe aus Warendorf ist vor dem Oberlandesgericht Hamm verurteilt worden, er muss 400.000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Kläger ist ein inzwischen zehn Jahre altes gehirngeschädigtes Kind. Der Arzt hatte im November 2008 das sogenannte CTG der schwangeren Mutter des Kindes ausgewertet. Die Werte deuteten auf eine Unterversorgung des Kindes mit Sauerstoff hin – es hätte schnellstmöglich entbunden werden müssen. Der Arzt nahm das CTG allerdings erst nach etwa 50 Minuten zur Kenntnis. Nach einer weiteren Untersuchung riet er der Mutter dann, zuerst zuhause ihre Tasche zu holen und dann selbst in eine Entbindungsklinik in Münster zu fahren. Das Kind kam so nach Ansicht des Gerichts etwa eine Dreiviertelstunde zu spät auf die Welt – schwere körperliche und geistige Schäden Hirnschäden waren die Folge. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, der Arzt hat Rechtsmittel eingelegt.