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Simon Pannock
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Archiv der Nachrichten aus dem Kreis Warendorf

Liesborn: Kunstschatz kehrt heim

Ein Kunstschatz von internationaler Bedeutung kehrt in den Kreis Warendorf zurück. Nach Angaben des Kreises Warendorf hat sich am Wochenende nach zwei Jahren Verhandlung geklärt, dass das sogenannte „Liesborner Evangeliar“ wieder in das Museum Abtei Liesborn zurückkehrt.Das Evangeliar ist eine mittelalterliche Handschrift, ein verziertes Buch von großer geschichtlicher und kunsthistorischer Bedeutung. Landrat Gericke hat die Verhandlungen am Samstag auf einer Kunstmesse in Maastricht zum Abschluß gebracht. Der Rückkauf für rund drei Millionen Euro wird durch finanzielle Unterstützung mehrerer Sponsoren möglich. Der Handel kommt selbst für den Kreis überraschend, die Kreistagsmitglieder müssen am Freitag nächster Woche noch zustimmen. In einem Pressegespräch will der Kreis heute weitere Einzelheiten bekannt geben.

 

Geschichte des Evangeliars  

·        Ca. 1000 Jahre alt

·        Einzigartiges Zeugnis mittelalterlicher Kunst- und Kulturgeschichte und national wertvolles Kulturgut

·        Eines der wenigen vollständig erhaltenen karolingischen Evangeliare aus einem westfälischen Kloster

·        Seit dem 11. Jahrhundert in der Abtei Liesborn vorhanden und in der Liturgie genutzt ·        Geschenk der Äbtissin Berthildis

·        Inhalt des kostbaren Liesborner Codex: vier Evangelien nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, Paternoster-Diagramm (Glaubensbekenntnis) und 13 Seiten Kanontafeln

·        Farbiger, reliefierter Buchdeckel im 15. Jh. im Liesborner Kloster geschaffen

·        Das Evangeliar blieb in Liesborn bis zur Auflösung des Klosters im Jahr 1803 (Säkularisierung)

·        Dann Verkauf an die Unibibliothek Münster

·        Irrweg durch Europa und die USA

·        Stationen: Hamm, Cheltenham, Philadelphia, Camarillo, Los Angeles, Oslo, New York, Paris, Maastricht                  

 

Chronologie des Erwerbs des Evangeliars – Rückkehr nach Liesborn    

·        1987: Auktionshaus Christie’s in London bietet das Evangeliar zum Kauf an

·        Dr. Kirsch (Ex-landrat/OKD) und der damalige Museumsleiter Dr. Bennie Priddy fliegen nach London, bieten mit, wollen das Evangeliar ersteigern

·        Leider überbietet und ersteigert der norwegische Sammler Martin Schoyen das Evangeliar mit 1,14 Mio. DM

·        März 2015: Internationale Kunstmesse TEFAF in Maastricht

·        Evangeliar wird durch die Galerie „Les Enluminures“ mit Standorten in Paris, Chicago und New York zu Verkauf angeboten

·        Inhaberin der Galerie: Kunsthändlerin Dr. Sandra Hindman

·        Landrat Dr. Gericke und Museumsleiterin Dr. Schwarm fahren zur TEFAF

·        Erste Kontaktaufnahme zu Frau Hindman

·        Angebotspreis: 6,5 Millionen Dollar

·        In 2015: Viele lange und schwierige Verhandlungen mit Frau Hindman

·        Erstellung von Gutachten zum Wert der Handschrift

·        Provenienzrecherche ·        Frau Hindman kommt nach Liesborn

·        2016: Suche nach Förderern beginnt

·        Überlegungen, wer könnte als Förderer in Frage kommen, wer hat Bezug zu alten Handschriften

·        Erstellung einer Infobroschüre

·        Zunächst persönliche Ansprachen möglicher Förderer durch Landrat Gericke

·        Dann: offizielle schriftliche Förderanträge werden gestellt

·        In der zweiten Hälfte 2016: Chance verdichtet sich, Fördergelder in Höhe des geforderten Kaufpreises akquirieren zu können    

 

Folgende Förderer haben Unterstützung für den Erwerb zugesagt  

·        Sparkasse Münsterland Ost

·        Sparkassenverband Westfalen-Lippe

·        Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

·        Land Nordrhein-Westfalen

·        Ernst von Siemens Kunststiftung

·        Kulturstiftung der Länder

·        Kunststiftung NRW

·        Rudolf-August Oetker-Stiftung

·        Bistum Münster

·        Verein der Freunde und Förderer des Museums Abtei Liesborn e.V.