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Jörn Ehlert
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Archiv der Nachrichten aus dem Kreis Warendorf

Todesfahrt: Motiv gibt weiterhin Rätsel auf

Im Fall der Todesfahrt von Münster sind sich die Ermittler inzwischen sicher, dass der Täter mit Selbstmordabsicht handelte. Das hätten die bisherigen Analysen und Auswertungen der Dokumente, Spuren und Aussagen ergeben, sagt Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt. Bei der Durchsuchung der Wohnung des ledigen und kinderlosen Münsteraners fanden die Beamten neben mehreren Behältern mit Benzin und anderen Flüssigkeiten ein über einen Balken gelegtes Hanfseil mit Henkersknoten. Für die Suizidabsicht des Täters spricht auch die Tatsache, dass sich der Täter unmittelbar nach dem Stillstand des Fahrzeugs erschossen hat. Im Magazin der im ehemaligen Jugoslawien hergestellten Pistole befanden sich noch weitere Patronen. "Offensichtlich wollte sich der Täter nach der Todesfahrt direkt selber richten", erklärte der Leiter der Ermittlungskommission, Kriminalhauptkommissar Joachim Poll.

Was war das Motiv des 48-jährigen Amokfahres? Darüber wird weiter gerätselt. Warum raste er mit dem Campingbus in die Menge und tötete und verletzte Menschen? Der Vater des Täters geht davon aus, dass seine psychische Krankheit schuld war. Sie habe ihn in zwei Welten lassen, sagte der im Sauerland lebende 79-jährige der Deutschen Presseagentur. Sein Sohn habe an Verfolgungswahn gelitten und sei in psychiatrischer Behandlung gewesen.

Unterdessen kämpfen die Ärzte in Münsters Krankenhäusern weiter um das Leben der Schwerverletzten. In der Uniklinik schweben drei Menschen in Lebensgefahr. Dort waren nach der Tat am Samstagnachmittag insgesamt 10 Verletzte eingeliefert worden. Schwerverletzte liegen außerdem im Clemenshospital und in der Raphaelsklinik.

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