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Patrick Rickert
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Archiv der Nachrichten aus dem Kreis Warendorf

Warendorfer Krankenhaus: Stelle ist ausgeschrieben

Die Stelle für die neue Klinikleitung des Josephs Hospitals in Warendorf ist zwischenzeitlich in einem Fachmagazin ausgeschrieben worden. Das hat uns der Kuratoriums-Vorsitzende Alfons Lentfort bestätigt. Damit bleibt man bei dem Beschluss, den Vertrag mit dem aktuellen Klinik-Direktor Martin Biller nicht zu verlängern. Lentfort stellte klar, die Art und Weise der öffentlichen und privaten Diskussionen habe zu zahlreichen persönlichen Angriffen auf Kuratoren und deren ehrenamtliche wie berufliche Tätigkeit geführt. Die Spekulationen hätten ein Ausmaß angenommen, das nicht mehr hinnehmbar erscheint. Man hoffe mit der Erklärung vom Montag-Abend einen Beitrag zu leisten, wieder zu einer fairen und sachlichen Meinungsbildung beizutragen. Allerdings rechne er nicht damit, dass die öffentlich geführte Diskussion schlagartig aufhören werde.

Das vollständige Interview mit Alfons Lentfort folgt:

Radio WAF: Das Kuratorium hat am Montagabend eine Erklärung abgegeben. Fühlten Sie sich unter Zugzwang?

Alfons Lentfort: Das Kuratorium hält nach wie vor eine öffentliche Diskussion der Einzelaspekte, dem Wunsch des Herrn Dr. Biller zur Entfristung seines Vorstandsvertrages nicht zu entsprechen, für wenig hilfreich. Personalentscheidung gehören grundsätzlich nicht öffentlich erörtert; dies würde jeder einzelnen von uns als Betroffener sicher nicht wünschen. Die internen Aspekte, die zu einer solchen Entscheidung der zuständigen Gremien führen, sind insbesondere kein Thema der Politik. Dies gilt nach meiner Meinung erst recht, wenn dies wie gerade geschehen ohne jede eigene Sachkenntnis und Rückfrage erfolgt. Aus diesem Grund hat das Kuratorium bisher von einem öffentlichem Beitrag zum Thema sowohl mit Rücksicht auf Herrn Dr. Biller, aber vor allem mit Rücksicht auf die Stiftung und das Krankenhaus mit allen dort engagiert tätigen Personen abgesehen.
Die Art und Weise der öffentlichen und privaten Diskussionen nach Art eines „Shitstorms“ haben jedoch auch zu zahlreichen persönlichen Angriffen auf Kuratoren und deren ehrenamtliche wie berufliche Tätigkeit geführt. Die Spekulationen haben ein Ausmaß angenommen, das nicht mehr hinnehmbar erscheint. Bei dieser Entwicklung hat das Kuratorium entschieden, die Notwendigkeit für den Wechsel in der Position des Vorstandesvorsitzenden mit der weiterhin gebotenen Zurückhaltung erkennbar zu machen.

 

R: Gehen Sie davon aus, dass mit der Erklärung die teilweise öffentlich geführten Diskussionen um die Personalfrage aufhören?

L: Wir hoffen mit der Erklärung einen Beitrag zu leisten, zu einer wieder fairen und sachlichen Meinungsbildung beizutragen.
Wir wissen, dass damit die Personen nicht erreicht werden, die sich nur nach den Zeitungsberichten eine Meinung bereits gebildet haben.
Wir rechnen daher nicht damit, dass damit die öffentlich geführte Diskussion schlagartig aufhört.


R: Knapp 70 Prozent der Beschäftigten des Krankenhauses wollen Dr. Biller behalten. Was sagen Sie zu diesem Votum?

L: Wir freuen uns für Hr. Dr. Biller über den damit zum Ausdruck gebrachten hohen Grad an Anerkennung bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.



R: Dem Kuratorium wird mangelnde Gesprächsbereitschaft und Transparenz unter anderem vom Betriebsrat vorgeworfen. Was sagen Sie dazu?

L: Es haben mit Herrn Kottmann für den Betriebsrat zeitnah mehrere Erörterungen zum Thema „Vorstandsbesetzung“ stattgefunden.  Es wurde Gelegenheit zur Einsichtnahme in die maßgeblichen Unterlagen gegeben. Das Kuratorium stand und steht auch dem Betriebsrat wie allen anderen betroffenen Personengruppen der Stiftung jederzeit zum Gespräch zur Verfügung. Die Teilnahme an einer Betriebsversammlung wurde von mir vor dem in der Zeitung erhobenen Vorwurf erklärt. Der Vorwurf sowohl vom Betriebsrat wie auch ohne jeden Anlass in manchen Leserbriefen entbehrt jeglicher Grundlage. 



R: Ein Kuratoriums-Platz ist durch den Weggang eines niedergelassenen Arztes frei geworden. Warum hat Dr. Färber das Kuratorium verlassen?

L: Das Praxisnetz als Gemeinschaft der niedergelassenen Ärzte ist vor einigen Wochen über den aktuellen Vorstand Herrn Dr. Hilleke und den vorherigen Vorstand Herrn Dr. Thelen im Rahmen eines Hintergrundgesprächs zu der Entscheidung des Kuratoriums gebeten worden, eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger für das Kuratorium zu benennen, damit das Kuratorium dann die Wahl gemäß der Satzung der Stiftung vornehmen kann. Die Antwort steht noch aus.
Herr Dr. Färber hat dazu geschrieben: „Insbesondere die letzten anderthalb bis zwei Jahre haben mir deutlich vor Augen geführt, dass weder mein persönlicher noch mein fachlicher Rat sonderlich gefragt sind.“ Alle Kuratoren bedauern diesen in der Sache nicht zutreffenden Eindruck des Herrn Dr. Färber und seine Entscheidung, in der Stiftung nicht mehr mitzuwirken.

 

R: Wann wird der vakante Kuratoriums-Platz wiederbesetzt?

L: Sobald der Vorschlag des Praxisnetzes vorliegt.

 

R: Ende des Jahres 2014 läuft der Vertrag von Dr. Biller aus. Wann beginnt die Ausschreibung für einen möglichen Nachfolger?

L: Die Stellenanzeige ist in „Das Krankenhaus“ als das Fachmagazin für derartige Positionen im Heft 2/2014 am 03.02.14 erschienen.

 

R: Welche Eigenschaften muss der potentielle Bewerber mitbringen, was Ihrer Ansicht nach Dr. Biller nicht hat? 

L: Siehe Erklärung des Kuratoriums vom 03.02.14 auf Seite RADIO WAF.

 

R: Wie muss das Krankenhaus Warendorf für die Zukunft gerüstet sein?

L: Das lässt sich seriös nicht im Rahmen einen Interviews darstellen.
Ein Versuch es kurz zu sagen:
Wie bisher mit selbstverständlich bestmöglicher medizinischer und pflegerischer Leistung, aber nachhaltig wirtschaftlich gesichert in einem patientenfreundlichen Haus bei guter Vernetzung insbesondere mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten; alle im System „Gesundheitsvorsorge“ hier vor Ort eingebunden Personen sollten sich dazu im eigenen Interesse als Team sehen und so agieren.

 

R: Das Kuratorium hat am Abend eine turnusgemäße Sitzung. Ärzteschaft, Betriebsrat u.a. sind eingeladen. Was erhoffen Sie sich vom Gespräch?

L: Es gab Gespräche zur Sachaufklärung und zur Eindämmung der wild sprießenden Gerüchte. Es wurde verdeutlicht, dass es keinerlei Überlegungen gibt, sich einer mit Krankenhauskette anzuschließen.
Die Einzelaspekte für die über eine lange Zeit sorgfältig erarbeitete Entscheidung der Kuratoren wurden vorgetragen.
Es wurden auch die aus der heftigen öffentlichen Diskussion der Entscheidung entstehenden Sorgen und Ängste im Josephs-Hospital ausgetauscht. Die Kuratoren haben versucht deutlich zu machen, dass gerade die gemeinsame Verpflichtung und Sorge für den Bestand der Stiftung die Entscheidung prägt und es ausschließlich um das nachhaltige Sicherung des Josephs-Hospitals geht.
Ich habe persönlich auf Nachfrage der Chefärzte die Hintergründe meiner Äußerung, „auch Äußerungen aus dem Kreis der älteren Chefärzte“ seien bei der sorgfältigen Abwägung der Entscheidung berücksichtigt worden, dargestellt. Ich habe auch mein persönliches Bedauern zum Ausdruck gebracht, dass dadurch ggf. der Eindruck entstanden sei, es handele sich um eine aktuelle  Anhörung aller (aktuellen) älteren Leitenden Abteilungsärzte (Chefärzte); tatsächlich wurde aber der Inhalt der im Laufe der Jahre sehr zahlreichen Einzelgespräche berücksichtigt; auch diese Hintergründe wurden den Chefärzten erläutert.

 

R: Warum ist aus Ihrer Sicht die Stiftung und ihre Grundsätze aus dem Jahr 1843 nach 170 Jahren noch zeitgemäß?

L: Keine andere Form des Gesellschaftsrechts ist dauerhafter und vor Einzelinteressen sicherer.
Dies hat der sehr weise Stifter in seiner Satzung für die Stiftung Josephs-Hospital Warendorf. Der große Erfolg dieser Weitsicht wird täglich durch die Arbeit im Krankenhaus deutlich.
Die Form der Stiftung schützt das jeweilige Stiftungsvermögen insbesondere vor den Beliebigkeiten einer öffentlich betriebenen Meinungsbildung ohne vorherige Sachinformation.
Am deutlichsten wird dies dadurch, dass sehr viele Krankenhäuser in kommunaler Trägerschaft und Leitung längst aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen wurden, offenbar auch weil dort Entscheidungen oft von politischen Erwägungen und Fragen überlagert werden; ein besonders anschaulich warnenden Beispiel wird gerade in Münster bei den Stadtwerken vorgeführt .

 

R: Wie hoch ist das Stiftungskapital?

L: Es gibt anders als z.B. bei der GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) oder  der AG (Aktiengesellschaft) kein gesetzliches Mindestkapital.
Die Bilanz der Stiftung weist per 31.12.2012 ein Eigenkapital von 14.797.489,18 EUR aus.
Dies ist nicht zu verwechseln mit „frei verfügbarem Geld“, sondern ist im Wesentlichen das Krankenhausgebäude mit seinen Einrichtungen und Grundstücken.

 

R: Können Sie bestätigen, dass Chefärzte aus dem Josephs-Hospital Warendorf mit dem Kurator/Kuratorium nur noch per Anwalt kommunizieren?

L: Nein, auch die gestrige Kommunikation zwischen leitenden Abteilungsärzten (Chefärzten) und den Kuratoren fand nicht „per Anwalt“ statt.

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