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Oliver Behrendt
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Teststäbchen-Abstrich

Corona: So war der Lockdown

NRW-Gesundheitsminister hat Eure Fragen beantwortet

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat Eure Fragen zum Lockdown im Kreis Warendorf beantwortet.


Eure häufigsten Fragen und die passenden Antworten haben wir hier zusammengefasst.

Mike aus Warendorf fragt: Darf man mit zwei verschiedenen Familien in einem Auto nach Kroatien fahren?

Das darf man, sagt Laumann. Es gibt eine Beschränkung in der Kontaktsperre, aber zwei Familien dürfen zusammen sein.

 

Klaus aus Beckum interessierte: Warum es nur eine Teststation in Oelde gibt  und bei den Hausärzten teilweise keine Teströhrchen vorhanden sind. Das sei jetzt, wo ein Großteil in den Urlaub starten möchte und dringend auf Testungen wartet sehr unbefriedigend.  Außerdem möchte er wissen, warum man so spät gehandelt hat?

Laumann sagt dazu: Man habe schon sieben Testzentren im Kreis Gütersloh und eine weiteres in Oelde. Man bekomme erhebliche Unterstützung durch Sanitätszüge der Bundeswehr, so dass man in den Kreisen Gütersloh und Warendorf weitere Teststationen machen werden. Fehlendes Material sei unterwegs. Man müsse jetzt 600.000 Einwohner der beiden Kreise mit Tests versorgen, da werden sicherlich Warteschlangen entstehen, es werde nicht alles reibungslos laufen. Um wieder lockern zu können, müsse man so viele Menschen wie möglich testen, um den Menschen Sicherheit zu geben und Erkenntnisse zu bekommen, darum gehe es. Ob der Lockdown am kommenden Mittwoch wieder aufgehoben werden kann, darüber könne man jetzt noch nicht spekulieren, sagt Laumann.  Man müsse auf die Infiziertenzahlen warten.

 

Sarah aus Beckum würde gerne nächste Woche Samstag nach Mecklenburg fahren. Dafür braucht sie einen 48-Stunden-negativ-Test. Allerdings sagt das Testzentrum man brauche drei bis vier tage zur Auswertung. Wie soll man das machen? lautet ihre Frage.

„Das ist in der Tat schwierig“ sagt Laumann. Denn das Testergebnis gilt ab dem Moment, ab dem Moment, an dem der Test gemacht wurde und nicht ab dem Moment, ab dem man das Testergebnis mitgeteilt bekommt. Wenn ein Test gemacht wird, muss das Teströhrchen ins Labor gebracht werden, das Untersuchen dort dauert schon allein fünf bis sechs Stunden und dann muss das Ergebnis noch zurückgebracht werden. Man sei jetzt aber dabei mit den anderen Ländern zu reden, dass diese zeitliche Anforderung praktisch nicht durchführbar sei, so Laumann.  

 

Christian aus Neubeckum fragt: In welchem Bundesland darf  der Corona-Test wie alt sein?

Bundesländer, die sich dafür entschieden haben, ein Beherbergungsverbot auszusprechen, haben alle eine Regelung, dass man nur mit einem höchstens zwei Tage alten Corona-Test dort übernachten darf. Sie haben auch die Regelung, dass der Corona-Wert an Neuinfizierungen in der Region sieben Tage lang nicht über 50 liegen darf.  

 

Steffi aus Beelen möchte wissen: Wer kommt für den ganze Schaden auf, wenn man zum Beispiel auf Grund seines Wohnortes im Kreis Warendorf nicht mehr arbeiten soll oder wenn man einen Urlaub geplant hat und dort nicht mehr hinfahren darf.

Laumann sagt: „Wenn Sie eine Reiserücktrittsversicherung haben, ist dass die Frage wie die aussieht. Ansonsten muss ich Ihnen ganz klar sagen, zur Stunde keine Regelung.“ Man bleibt auf den Kosten sitzen, man sollte aber beim Hotel anfragen, ob man darüber verhandeln kann, vielleicht zu einem späteren Zeitraum in den Urlaub zu fahren.  Zurzeit gibt es aber keine staatliche Regelung dazu. Die Menschen, die dadurch betroffen sind, haben schon ein Stück weit ein Problem, räumt Laumann ein.

 

Katja aus Freckenhorst fragt: Und zwar würde ich gerne wissen, ob auch zwei Tests bezahlt werden würden. Einmal würde ich uns alle testen lassen, weil unsere Kinder jetzt in der Schule gegangen sind. Und dann gerne ganz entspannt zu den Großeltern fahren, die wir seit Monaten nicht mehr gesehen haben. Und dann würden wir in vier Wochen in den Urlaub fahren. Ich hoffe, dass dieser Lockdown dann Geschichte ist. Aber wenn nicht? Würde dann ein zweiter Test bezahlt werden?

Erstmal sollten sie den Test machen, um die Großeltern zu besuchen, so Laumann. Ich hoffe, dass wir in vier Wochen diese Beschränkung nicht mehr machen müssen. Und dass der Wert dann wieder unter 50 ist. Und wir das Problem hinter uns haben. Wenn es dann nicht so sein sollte, dann werde ein zweiter Test bezahlt.

 

Vera aus Everswinkel möchte wissen: Wie kann es sein, dass man uns aus dem Kreis Warendorf diskriminiert, wenn wir nach Münster fahren wollen. Zum Beispiel, um aktuell in die Uniklinik Münster zu kommen, um lebenswichtige Termine planen zu können, brauche man aktuell einen Coronatest, sagt sie. Der dürfe nicht älter als zwei Tage sein. Beim Hausarzt bekommt man dafür nur schwer Termine. Wie kann man das besser handhaben?

Laumann sagt dazu: „Wir kümmern uns drum. Ich finde, das, was Münster gerade macht für Menschen aus dem Kreis Warendorf und Kreis Gütersloh, ist falsch. Ich finde, man sollte nicht so miteinander umgehen. Da die Uniklinik dem Land  Nordrhein-Westfalen gehört, werde ich mich heut um die Frage heute noch kümmern.“ Das ist genau wie bei den Urlauben: Um einen Test zu kriegen, wo man nach zwei Tagen das Ergebnis hat, ist schwierig, laut ihm zurzeit fast unmöglich. Wir haben diese Frage auf Laumanns Bitte hin auch noch mal schriftlich an ihn weitergeleitet (Anmerk. der Redaktion).

 

Nico aus Albersloh möchte wissen: Was ist mit Bielefeld etc. und die Städte, die dran sind. Warum wird da nichts gemacht? Wieviel Leute aus Gütersloh sind täglich in Bielefeld, zur Arbeit oder zum Shoppen?

Laumann: „Wir empfehlen den Menschen, dass sie, soweit es geht, nicht so weit fahren. Wir haben aber ja keine Ausre isebeschränkung aus den beiden  Kreisen gemacht. Das haben wir auch nicht beim Kreis Heinsberg getan.“ Er nennt als Beispiel, die städtischen Kliniken in Bielefeld, dort arbeiten 450 Leute, die im Kreis Gütersloh leben. Wenn man denen nicht erlauben würden, zur Arbeit zu gehen, dann können man die Klinik gleich schließen. Das gehe in der heutigen Zeit nicht mehr. „Wir haben eine Vereinbarung unter den Bundesländern gemacht. Dass immer dann, wenn in einem Kreis sieben Tage lang der Wert bei 50 auf 100.000 Einwohner liegt, dass es dann Maßnahmen geben muss. Die Maßnahmen, die wir für den Kreis Warendorf getroffen haben, sind Kontaktbeschränkungen, keine Großveranstaltungen etc. Aber wir sind nicht so weit gegangen wie Mitte März. Die Kaufhäuser, Textilgeschäfte, alle Geschäfte können geöffnet bleiben. Ganz bewusst haben wir u.a. die Freibäder offen gelassen. Es sind bald Ferien. Wir haben wesentlich weniger Einschränkungen gemacht wie damals beim großen Lockdown, um es für die Bürger erträglicher zu gestalten. Weil bis jetzt, das muss man ganz klar sehen: Alle Unterlagen, die wir haben, sagen, dass es sich um ein lokales Geschehen handelt, dass bis jetzt die Infizierten, die wir haben, mit der Fleischfabrik Tönnies zusammenhängen“, so Laumann. Wenn man die Ansteckungen von Tönnies herausrechne, habe es  keine Auffälligkeiten gegeben. Deswegen habe man nicht so hart durchgegriffen wie damals.

 

Dennis fragt: Warum haben die Freibäder im Kreis Warendorf auf - auch wenn es der größte Überträger ist?

Das sehen die Fachleute anderes, laut Laumann. Freibäder haben den Vorteil, dass die draußen sind – im Gegensatz zu Hallenbädern. Die Freibäder müssen aber darauf achten, dass sie nicht überfüllt sind. Ansonsten sehe man es aber in der aktuellen Situation als vertretbar an, dass die Freibäder weiter geöffnet sind.

 

Georg aus Beckum möchte wissen: Wird der Lockdown im Kreis Warendorf unabhängig vom Lockdown im Kreis Gütersloh aufgehoben, wenn der 7-Tage-Index je 100.000 Einwohner der Neuinfektionen wieder unter 50 liegt?

Wenn der Wert stabil unter 50 liegt und wir keine besondere Lage haben, wird die Landesregierung mit Sicherheit beschließen, dass der Lockdown im Kreis Warendorf ausläuft, sagt Laumann. Am Dienstag und auch an den Tagen davor werde sicherlich darüber beraten wie es weitergeht. Die Ergebnisse der großen Testaktion, die man jetzt mache, spiele auch eine große Rolle in der Beurteilung dieser Frage.

 

Jessica aus Oelde stellt die Frage: Meine Tochter feiert am Samstag ihren 5. Geburtstag und hat zwei Freundinnen eingeladen. Dazu wollen wir mit den jeweiligen Eltern im kleinen Kreis im Garten feiern. Ist das möglich?

Jeder habe eine eigene Verantwortung zu tragen, auch auf seinem Privatgrundstück. Aber in dieser Situation, auf einem privaten Grundstück, sehe er kein Problem, so Laumann.

 

Weitere Fragem die wir für Euch klären konnten:

Ein Warendorfer will am Samstag in den Urlaub nach Österreich fahren. Kann er durch die deutschen Bundesländer fahren? Muss er einen Corona-Test vorweisen? Seine Unterkunft in Österreich hat ihm bereits grünes Licht für seine Anreise gegeben.

Bitte mit dem Zielgebiet klären. Bis auf Busreisen gibt es keine Ausreiseverbote.

 

Ein Telgter fragt: Er hat morgens nach einem Besuch bei seinem Hausarzt erfahren, dass eine Corona-Test derzeit nicht kostenfrei ist. Ist das so?

Der Kreis hat eine Vereinbarung mit der Kassenärztlichen Vereinigung geschlossen, dass die Hausärzte kostenfreie Tests durchführen. Diese Info müsste inzwischen auch in den Arztpraxen vorliegen.

 

Eine Beckumerin fragt, warum sie als MFA in einer Arztpraxis nicht getestet werden. Sie hätten genauso gut Kontakt mit Patienten und gehören zum Gesundheitswesen dazu.

Auch Menschen ohne Symptome können sich testen lassen – entweder in der Arztpraxis oder in der neuen Zentralen Abstrichstelle Oelde, die vermutlich heute (24. Juni 2020) noch eingerichtet wird.

 

Eine Oelderin fragt, wo man sich in Oelde testen lassen kann. Man bekommt doch bestimmt kein schnelles Ergebnis, so dass man ggf doch reisen darf wenn der Corona-Test negativ ausfällt, oder? Die ab Samstag gefahren wären, haben ja mal voll die "A-Karte". Vor allem meldet sich wirklich jede Unterkunft und man bekommt den vollen Betrag zurück?

Die Dauer der Rückmeldung hängt auch von der Zeit ab, die die Labore gerade für die Analyse benötigen. Bitte vorsorglich mit der Unterkunft vor Ort klären, ob man anreisen kann. Es gibt kein „Ausreiseverbot“ aus dem Kreis, aber Zielgebiete erlassen unterschiedliche Beschränkungen, die uns nicht gebündelt vorliegen.

 

Eine Hörerin Kreis Warendorf fragt, ob man einen negativen Corona-Test für die Einreise nach Spanien benötigt oder nicht?

Bitte jeweils mit dem Zielgebiet klären.

 

Eine Ennigerloherin fragt, was mit den Testungen von Erzieherinnen sei. Sind die wieder mal außen vor?

Auch symptomfreie Menschen können sich kostenfrei testen lassen.

 

Eine Hörerin aus dem Kreis Warendorf fragt: Was soll denn diese eine Woche jetzt bringen?

In dieser Woche soll deutlich werden, ob das Virus aus der Tönnies-Mitarbeiterschaft auch auf Kontaktpersonen übergesprungen ist. In der allgemeinen Bevölkerung waren die Infektionszahlen im Kreis Warendorf ja auch einem niedrigen Niveau.

 

Ein Warendorfer fragt: Dürfen Kneipen wie das City Pub in Warendorf weiterhin geöffnet haben?

Bars und die Bewirtung an Theken in Gaststätten dürfen nicht geöffnet haben.

 

Eine Pendlerin aus dem Kreis Coesfeld fragt (sie arbeitet im Kreis Warendorf): Kann ich mich hier auch kostenlos testen lassen?

Testungen sind nur im Heimatkreis möglich, Testmöglichkeiten bitte dort klären.

 

Ein Ennigerloher fragt: Warum hilft niemand bei der Versorgung der Tönnies-Mitarbeiter, die sich in Quarantäne befinden?

Dort, wo die Versorgung der Mitarbeiter nicht wie zugesagt von Tönnies übernommen wird, kümmern sich die Städte und Gemeinden um die Versorgung der Mitarbeiter. (Hinweis der Redaktion: in Ennigerloh und Oelde springen derzeit die jeweiligen Kommunen ein).

 

Ein Hörer aus dem Kreis Warendorf fragt: Die Coronatest werden aber nicht über Tönnies abgerechnet, oder? Soviel ich weiß, kann ich mich nur in Beckum testen lassen, wenn ich auch Symptome, die auf Corona hinweisen, habe oder wenn ich die Testung aus eigener Tasche bezahle.

Corona-Verdachtsfälle können sich in der Abstrichstelle Beckum oder im Corona-Behandlungszentrum Warendorf abstreichen lassen. Das geht aber nur mit Voranmeldung (Arzt, Hotline der KVWL oder unsere Corona-Hotline 02581/53-5555). Die Testungen sind für die Bürger kostenfrei. Wer keine Symptome hat, kann die oben erwähnten Testmöglichkeiten nutzen.

 

Eine Beckumerin fragt: In allen Bekanntmachungen findet man derzeit Regelungen, die für das Leben im öffentlichen Raum gelten .Ich versuche verzweifelt, Infos darüber zu bekommen. ob und welche Einschränkungen im privaten Bereich gelten. Meine Tochter hat bald Geburtstag und gerne würden Großeltern und ein paar Verwandte zu uns in die Wohnung kommen. Wäre das nun theoretisch erlaubt oder eben nicht? Ich kann dazu keine Regelung in der Verordnung finden.

Stadt Beckum antwortet: Nach § 3 Nummer 11 der neuen Coronaregionalverordnung dürfen keine "Veranstaltungen" stattfinden. Dieses Verbot entspricht früheren Fassungen der Coronaschutzverordnung. Diese waren nach den Vorgaben des Landes NRW stets so zu verstehen, dass Treffen in kleiner Runde im privaten Bereich (zum Beispiel das Geburtstagskaffeetrinken zu Hause) grundsätzlich zulässig waren, solange nicht aufgrund der Personenzahl oder aufwändiger Organisation (zum Beispiel umfangreiche Programmpunkte, Catering, Musikkapelle) eine Veranstaltung anzunehmen war. Diese Lesart wird daher entsprechend für die neue Verordnung gelten. Eine kleine Geburtstagsfeier mit 10 bis 15 Personen in der Wohnung ist damit nach aktuellem Stand erlaubt. Im öffentlichen Raum sind gleichwohl die verschärften Kontaktbeschränkungen zu beachten.


29.06., 15 Uhr: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet informiert gemeinsam mit Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann und den Landräten der Kreise Gütersloh und Warendorf, Sven-Georg Adenauer und Olaf Gericke, über die aktuelle Lage im Rahmen der Corona-Virus-Pandemie.



23.6.: NRW Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann mit dem "Lockdown-Light" für den Kreis Warendorf!


23.6.: Armin Laschet zu den Maßnahmen nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies.