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Praktisch aber gefährlich? Mobiles Online-Banking per Smartphone oder Tablet

Frau tätigt Überweisung am Smartphone per Online Banking

Kaum im Bus oder im Café angekommen, lehnt sich der ein oder andere von uns entspannt zurück, um schnell seine Bankgeschäfte per Smartphone oder Tablet zu erledigen. Kontostand checken, Geld überweisen, Rechnung begleichen – all das klappt per App leicht und in kürzester Zeit. Kein Wunder, dass das mobile Banking immer mehr Freunde gewinnt. Eine Umfrage des Digitalverbandes Bitcom ergab, dass schon rund 40 % der rund 38 Millionen Online-Banking Kunden in Deutschland ihre Bankgeschäfte per Smartphone erledigen – Tendenz steigend. Beliebteste Aktionen: Kontostand überprüfen (94 Prozent) und Überweisungen tätigen (66 Prozent).

Doch der Trend hat ein Problem – die Sicherheit. Auf dem alljährlichen Treffen des Chaos Computer Clubs zeigte ein Sicherheitsforscher letzte Woche, wie Banking-Apps relativ einfach ausgehebelt werden können. Er nutzte eine Sicherheitslücke, die inzwischen zwar schon geschlossen wurde. Trotzdem raten Sicherheitsexperten, beim mobilen Banking vorsichtig zu sein. Mit unseren Vorschlägen sind sie schnell auf der sicheren Seite.

Zwei Geräte sind besser als eines

Dieser Hinweis wird den wenigsten mobilen Online-Banking-Kunden gefallen. "Egal, ob Online-Banking vom PC oder vom Handy aus getätigt wird, der beste Schutz vor Hackern ist gegeben, wenn die Kunden zwei Geräte nutzen", so Marco Liesenjohann - Bereichsleiter für Banking und Fintechs beim Digitalverband Bitkom - im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Wer unterwegs also wirklich sicher Online-Banking betreiben möchte, braucht einen Chipgenerator. Diese oft bis zu 20 Euro teuren Geräte funktionieren meist unabhängig vom jeweiligen Konto, sind Banken übergreifend einsetzbar und erzeugen einmal gültige TANs für unsere Bankaktivitäten. Wichtig ist der Einsatz dieser Geräte häufig auch bei der Frage nach der Haftung. Manche Banken haften nur für eventuelle Schäden aus Betrugsfällen beim mobilen Online-Banking, wenn zwei unabhängige Geräte genutzt wurden. Hier hilft ein Blick in die AGBs.

Sichere Banking-Apps?

Auf die Banking-App der eigenen Bank können wir Verbraucher uns in Bezug auf die Sicherheit in der Regel verlassen. Auch Multi-Banking-Apps (sie ermöglichen, die Konten bei unterschiedlichen Banken über eine App zu verwalten) sind in der Regel recht sicher. Das ergab eine - allerdings schon etwas ältere - Überprüfung der Stiftung Warentest. Die Experten empfehlen jedoch, nur Apps von namhaften Herstellern zu nutzen und auch nur solche zu laden, die offiziell in Apples App Store oder im Google Playstore angeboten werden.

Sicheres Handy - sicheres Banking

Was wir häufig bei unserem PC oder Laptop schon standardmäßig umsetzen, ist bei unseren Smartphones noch eher selten – der Schutz per Virenscanner und Firewall. Eine Anti-Viren-App sollte aber gerade auf Android-Smartphones auf jeden Fall installiert sein, bevor wir sensible Daten - wie die unserer Kontoverbindungen - übers Smartphone bearbeiten. Das Portal chip.de hatte Ende letzten Jahres verschiedene Anti-Viren-Scanner-Apps getestet - das Ergebnis: Fast alle schnitten gut ab in Bezug auf Wirksamkeit und Bedienbarkeit. Der Testsieger war zudem kostenlos.

Selbst ist der Nutzer

Gerade beim mobilen Online-Banking können wir selbst aber auch für eine größere Sicherheit sorgen. So empfiehlt es sich, nur sichere WLAN-Netze zu nutzen und keinesfalls über öffentliche und ungeschützte Netze zu gehen. Zudem sollten wir – auch wenn es bequem ist – kein automatisches Login für unsere Banking-App nutzen und die Zugangsdaten auch nicht auf dem Smartphone speichern. Wichtig ist es auch, die Software auf dem Smartphone immer auf dem aktuellen Stand zu halten.

Was tun, wenn es passiert ist

Sollten wir das Gefühl haben, betrogen worden zu sein, sind folgende Schritte wichtig: Als erstes gilt es, die Bank zu informieren und schnellstens die Karte sperren zu lassen. Das funktioniert Karten-übergreifend bundesweit über die 116 116. Sie brauchen nur Ihre IBAN-Nummer, alternativ gehen auch die Kontonummer und die Bankleitzahl. Anschließend sollte der Betrug (-sversuch) bei der Polizei angezeigt und der Fall der Bank auch schriftlich mitgeteilt werden. Beruhigend für mobile Online-Banking-Nutzer – die Betrugshäufigkeit ist allgemein noch recht niedrig. Laut Liesenjohann vom Bitkomverband eine Folge davon, dass der Markt noch sehr jung sei und damit für Betrüger noch unattraktiv. Doch das wird sich voraussichtlich bald ändern, wenn sich das mobile Online-Banking weiter durchsetzt.

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