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Markus & Ina
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Betrug statt Beziehung: Über Tinder in die Abofalle

Finger tippen auf Smartphone
  • Online-Dating boomt - der Fachverband Bitkom zählt übergreifend ein Wachstum von rund sieben Prozent
  • Laut Tinder wird deutlich mehr und länger geschrieben
  • Betrugsmasche aus den USA schwappt nach Deutschland über

Online-Dating als Ausweg aus der sozialen Isolation

„Ich höre aktuell von Singles, dass derzeit Gespräche tiefgründiger werden, dass mehr nachgefragt wird, dass auch weniger Kontakte gleichermaßen parallel verfolgt werden,“ so beschreibt Singlecoach Eric Hegmann seine Erfahrungen zur Kommunikation bei Parship während der letzten Wochen. Zum einen wachsen die Zugriffe und die Menschen sehnten sich nach neuen Kontakten, zum anderen würden intensivere, längere Gespräche geführt. Ähnliche Erfahrungen meldet auch Tinder. Der 29. März war dabei aus Sicht der Dating-Plattform der erfolgreichste in der Geschichte des Unternehmens. Über drei Milliarden Swipes verzeichnete die Plattform an einem einzigen Tag.

Wenn aus einem Flirt ein Betrug wird

„Was soll ich bei unserem ersten Date tragen?“, mit solchen und ähnlich harmlosen Fragen startet aktuell bei Tinder eine neue Betrugsmasche. Meist von weiblichen Profilen ausgehend wird durch Bots - also durch Roboter - versucht, einen Online-Dialog zu starten. Im Verlauf des zunächst ganz normalen Smalltalks sollen die männlichen Opfer im nächsten Schritt animiert werden, ihr Profil über einen Link verifizieren zu lassen. Als Gründe werden z.B. schlechte Erfahrungen genannt. Dieser Link führt jedoch auf Seiten, die erst einmal eine Verifizierung einfordern. Wer hier Chat-Name, Passwort und E-Mail-Adresse eingibt und auf „Start Now“ klickt, wird auf eine weitere Seite geleitet und zur Eingabe der Kreditkartendaten aufgefordert. Die dort versprochene, kostenlose Mitgliedschaft ist dann aber das ganze Gegenteil. Bei Bestätigung wird eine monatliche Mitgliedsgebühr von bis zu 50 Euro fällig.

Wie ich Fake-Profile erkennen kann

Diese Betrugsmasche ist in den USA schon länger bekannt. Das Portal watchlist-internet hat fünf Hinweise aufgelistet, die uns aufmerksam machen sollten, weil sie typisch sind für diese möglicherweise gefälschten Tinder-Profile:

  1. Immer aktive und stets blitzschnell antwortende Profile sollten uns wachsam machen. Das könnte ein erster Bot-Hinweis sein.
  2. Sonderzeichen und seltsame Formulierungen sind auch „bot-typisch“ und ein Grund, das Profil wegzuwischen.
  3. Nur ein einziges Bild einer attraktiven Frau? Einfach mal die Google-Bildersuche durchführen. Häufig melden Bots verschiedene Profile mit nur einem einzigen und auch vielfach gleichen Bild an.
  4. Wenn unser Tinder-Kontakt schnell von Tinder auf WhatsApp oder andere Kanäle ausweichen will, ist das auch verdächtig.
  5. Wir sollten immer misstrauisch sein, wenn uns Links geschickt werden, die uns auffordern, dass wir persönliche Daten angeben sollen.

Was mache ich, wenn ich in die Abofalle getappt bin

Der wichtigste Rat - so die Verbraucherzentrale Hamburg - nicht bezahlen, Ruhe bewahren und stur bleiben. Denn ein gültiger Abo-Vertrag ist auf diesem Weg nicht zustande gekommen. Auch auf weitere Nachrichten, Forderungen und Anrufe sollten wir nicht eingehen. Watchlist-internet empfiehlt, die entsprechenden Mails rigoros in den Spamordner zu verschieben und die Telefonnummern zu blockieren. Wenn wir die Chancen haben, uns per Unscribe-Button aus Verteilern austragen zu können, sollten wir diesen nutzen. Und im Zweifel hilft ein Screenshot und der Kontakt mit einer Verbraucherzentrale, das klappt aktuell aber nur telefonisch oder per Mail.


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Eine Person die eine Computertastertur mit Maus bedient

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