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Ina Atig
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Drohne_Videokopter
Technische Neuheiten und Überlegungen

Fußball der Zukunft: Von Bodycams, getrackten Spielern und einem smarten Fanschal

Drohne am Himmel

1. August 2022 

  • Bei der FIFA-WM 22 werden 12 Kameras und der Spielball mit vernetzter Technologie für eine digitale Abseitserkennung sorgen.
  • Die DFL überlegt den Einsatz von Drohnen für On-Field-Interviews und Body-Cams, um das Spiel aus der Spielersicht abzubilden.
  • Mit einem neuen Schal sollen die Emotionen der Fans gescannt werden.

„Ich bin zutiefst davon überzeugt: Fußball ist nicht erst seit der Erfindung des Schwarz-Weiß-Fernsehens ein Treiber für Innovationen. Deshalb bin ich mir auch sicher: Vor uns liegen unglaublich große Chancen – vor allem die digitalen Möglichkeiten und Formate sind noch längst nicht ausgeschöpft.“ (Donata Hopfen, Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung bei der Eröffnung der SportsInnovation 2022)

Deutschlands Fußballfrauen haben uns ein fast perfektes, neues Sommermärchen geschenkt. Während wir die großartigen Bilder aus Wembley gesehen haben und in diesen Tagen ja auch der Profi-Fußball wieder anläuft, wird im Hintergrund an die Zukunft des Sports gedacht. Viele Ideen sind im Raum, werden getestet oder schon umgesetzt. Eins ist klar, das Bildschirm-Erlebnis Fußball wird digitaler, gamiger und auf jeden Fall vielfältiger als bislang. Eine Auswahl der Ideen und Pläne:

Das halbautomatische Abseits

Abseitsentscheidungen sind häufig spielentscheidend und oft ebenso Thema vieler Diskussionen auf dem Spielfeld aber auch bei den Zuschauenden. Bei der Fußball-WM der Herren in Qatar Ende 2022 werden mögliche Abseitsstellungen komplett digital überprüft. Zum einen sollen dazu zwölf Kameras im Stadion eingesetzt werden. Sie nehmen – so der Plan – jeweils 30 Datenpunkte der einzelnen Spieler auf, um somit ihre auf den Zentimeter genaue Position auf dem Spielfeld zu bestimmen. Zum anderen wird im Spielball ein Sensor integriert, über den der Abschusspunkt genau geprüft werden kann. Per Künstlicher Intelligenz sollen diese Daten zusammengeführt, schnell ausgewertet und dann von den offiziellen Videoschiedsrichtern eingeschätzt werden. Ihr Einsatz führt zu dem sperrigen Namen der halbautomatischen Abseitstechnologie. Laut der Website des internationalen Weltfußballverbands FIFA sollen die Abseits-Entscheidungen mithilfe der neuen Technik aber schneller getroffen werden als mit der bisherigen Regel.

Zukunft: WM 2022

Erklärvideo der FIFA

Die Spieler-Bodycam

Die einen sprachen von einem „neuen Fußball-Erlebnis“ und wollen „die Fans noch näher an den Fußball bringen, ohne die Spielabläufe einzuschränken“, so Telekom-Finanzchef Klaus Werner nach dem Spiel im Rahmen des Telekom-Cups zwischen dem 1. FC Köln und Inter Mailand. Testweise waren dabei mehrere Spieler mit Bodycams ausgestattet. Die Anderen - hier Denny Fischer vom Google-Newsblog Smartdroid.de - sahen nur „verwackelte und hastige Abläufe, die kaum etwas erkennen lassen, außer durch die Luft fliegende Arme“. Der testweise Einsatz von Bodycams provozierte ein sehr gemischtes Feedback. Schiedsrichter Sascha Stegemann zog hingegen ein eindeutig positives Fazit und sagte:

„Es ist eine ganz spannende Geschichte, die es sich lohnt auszubauen, und die den Fußball und die Sicht des Zuschauers auf den Fußball generell, aber auch auf die Rolle des Schiedsrichters verändern wird."

Zukunft: Unklar?

Der Twitter-Post des 1. FC Kölns zum Spiel Köln gegen Mailand:

Die Stadion-Drohne

„First Person View“ heißt eine Drohne, mit der die Deutsche Fußball Liga – DFL – dem Zuschauer ganz neue Spieleindrücke bieten möchte. Nur mit der nötigsten Technik ausgestattet, kann die Drohne in alle Bereiche eines Fußballstadions fliegen und filmen: „Es ist, als würde das menschliche Auge mitfliegen (…) Ein Highspeed-Erlebnis, wie von Zauberhand gelenkt“, heißt es in einem Video der DFL, aufgenommen beim Supercup 2021. Doch nicht nur der intime Drohnenblick hinter die Kulissen ist geplant, sondern die Drohne kann auch für On-Field-Interviews eingesetzt werden. Geplant sind Stimmungs-Interviews auf dem Rasen direkt vor dem Anstoß oder auch kurze Statements während des Spiels vor z.B. Standards wie Freistößen oder Elfmetern.

Zukunft: unklar

Ein intelligenter Fanschal

Es klingt ein wenig irre – der Verein von Trainer Pep Guardiola, Manchester City, hat zusammen mit dem US-Technikkonzern Cisco einen smarten Fanschal entwickelt. Er misst Herzfrequenz, Körpertemperatur und emotionale Reaktionen. Die gemessenen Daten sollen helfen, „die Höhen und Tiefen der Fußballbegeisterung besser zu verstehen und zu messen, wie das Spiel die Fans nicht nur emotional, sondern auch körperlich beeinflusst“, sagte die globale Cisco-Marketingchefin Ashley Marusak in der britischen Zeitung Guardian. Der Schal wird in der kommenden Saison allerdings nur an einige, ausgewählte Fans verteilt.

Zukunft: Testphase

Die Reiseführer-App

Neu ist die Bundesliga-Reiseführer-App. Sie richtet sich an Fußballfans mit und ohne Behinderung, soll aber vor allem den barrierefreien Besuch im Stadion ermöglichen. Die App ist in Zusammenarbeit mit der Aktion Mensch entwickelt worden. Nutzende können entscheiden, welchen Unterstützungsbedarf sie haben – Sehen, Hören, Beweglichkeit – und damit dann ihre langfristige Saisonplanung starten. Die App informiert u.a. über Zugänge und Plätze, über den Verleih von Kopfhörern, über Kontakte zu Fanorganisationen und ist auch in leichter Sprache verfügbar. Die neue App kann kostenlos im Appstore und bei Google Play runtergeladen werden.


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