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Jenny Heimann
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Keine Chance für Cyberkriminelle

Account gehackt - Und jetzt?

Lupe mit privatem Ordner auf einem Computer-Bildschirm

18. Oktober 2021

     

  • Immer häufiger versuchen Cyberkriminelle über die unterschiedlichsten Wege an unsere persönlichen Daten zu gelangen.
  • Oft werden diese geklauten Daten genutzt, um sich in unsere Accounts einzuhacken.
  • Sollte einer unserer Accounts gehackt worden sein, gilt es schnell zu handeln.

Straftäter sind an allen Arten von Zugangsdaten interessiert, mit denen sie zu Lasten Dritter und zum eigenen Vorteil Verfügungen im Internet vornehmen können – von der Bestellung von Waren bis hin zur Manipulation von Aktienkursen. Dabei werden oftmals zunächst Daten gesammelt und erst später "Geschäftsmodelle" für deren illegale Verwendung entwickelt.“

So schreibt es das Bundeskriminalamt auf seiner Website. Der Identitätsdiebstahl ist eine besonders perfide Form von Cyberkriminalität. Dabei nutzen die Kriminellen ganz unterschiedliche Wege und greifen so persönliche Daten von uns ab. Dazu gehören z.B. das Geburtsdatum, die postalische Adresse oder auch unsere Bankverbindungen. Mit diesen Daten kaufen Sie beispielsweise auf unseren Namen ein, versuchen Geld abzuheben oder Abos abzuschließen. In unserer Serie zur Cyberkriminalität gehen deswegen wir dieses Mal speziell auf das Thema Identitätsdiebstahl ein.

Wie erkenne ich Identitätsdiebstahl?

Es gibt vier typische Punkte, die darauf hinweisen, dass unsere Identität geraubt worden sein könnte:

  • Wir bekommen Zahlungsaufforderungen, obwohl wir gar nichts bestellt haben. Das können auch direkt schon Mahnungen sein.
  • Wir haben Abbuchungen auf unserem Konto von uns nicht bekannten Adressen. Besonders aufmerksam sollten wir gerade kleinere Buchungsbeträge beobachten, die sich aber regelmäßig wiederholen.  
  • Wir können uns auf einem unserer Accounts nicht mehr einloggen, obwohl wir auf jeden Fall das richtige Passwort eigegeben haben.
  • Auf einem unserer Social Media Accounts finden sich auf einmal uns unbekannte Postings, die wir nicht verfasst haben.

Aus den Rückmeldungen ihrer Kunden listet die Website der Verbraucherzentrale weitere mögliche Folgen auf, wenn unsere Online-Identität gehackt wurde: Das Buchen von Streaming-Angeboten in unserem Namen, der Abschluss von Abos auf Dating Portalen oder von Mobilfunkverträgen oder das Einlösen unserer Payback-Punkte. 

Sind unsere Daten schon im Umlauf?

Um einen möglichen Identitätsklau zu identifizieren, hilft auch ein kurzer Check, ob meine Daten möglicherweise schon im Netz „unterwegs sind“. Auf zwei kostenlosen Seiten können wir dieses machen. Zum einen kann uns der Identity-Checker des Hasso Blattner-Instituts weiterbringen. Hier geben wir unsere E-Mail-Adresse(n) ein und bekommen per Mail sekundenschnell eine Antwort, ob diese E-Mail-Adresse in Verbindung mit weiteren persönlichen Informationen in einem gestohlenen Datensatz veröffentlicht wurde. Über den Prüfdienst „Have I been pwned? (in etwa zu übersetzen mit: Wurde ich schon erwischt?) kann ich neben meiner E-Mail-Adresse auch meine Mobilnummer checken. Einfach Nummer oder Adresse eingeben, auf „pwned?“ klicken und schon sehen wir das Ergebnis. Praktisch: Sollten wir betroffen sein, sehen wir auch direkt, über welche Seite der Datendiebstahl passiert ist und welche unserer Daten weitergeben wurden

Was tun, wenn der Account gehackt wurde?

Ruhe bewahren und trotzdem schnell handeln – das ist im Fall der Fälle angesagt. Denn abwarten führt zu nichts, vielmehr geben wir den Kriminellen möglicherweise nur mehr Zeit, um weiteren Schaden anzurichten. Im Falle eines Identitätsdiebstahls sollten wir diesen zügig bei der Polizei anzeigen. Das ist besonders wichtig, weil viele Unternehmen wie z.B. Banken eine Anzeige voraussetzen, um möglicherweise ein Konto zu sperren. Um das mögliche Verbrechen zu dokumentieren, ist es zudem sinnvoll, Screenshots zu machen. Gerade bei Hacks in den sozialen Medien sollten wir unsere Verwandten, Freunde und Kollegen informieren, dass jemand mit unserem Profil im Netz unterwegs ist.

Praktische Adressen

Falschen Rechnungen und Mahnungen sollten wir schnellstmöglich widersprechen und dafür z.B. die Online-Shops informieren. Die Verbraucherzentralen halten für die unterschiedlichsten Fälle entsprechend Musterbriefe vor. Gleichzeitig ist es gerade bei nicht gezahlten Rechnungen auch angebracht, die Schufa über den Identitätsdiebstahl zu informieren. Eine nicht bezahlte Rechnung kann dort zu einem uns schadenden Eintrag führen. Im Falle einer geraubten Identität auf Social Media- oder anderen Plattformen müssen wir die Betreiber informieren. Die Website checked4you hat praktischerweise die Support-Adressen von Facebook und Co. aufgelistet. Ein gekaperter Instagram-Account ist dabei noch mal extra ärgerlich, da die Plattform keine offizielle Support-Adresse anbietet. Aber auch hier finden wir auf der Website von checked4you konkrete Empfehlungen, wie Instagram im Notfall für uns erreichbar sein kann.

 


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