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Jenny Heimann
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Wahlbenachrichtigung
Europawahl 2019

Eine Wahl-App, eine Quizseite und der Wahl-O-Mat

Die Plakate stehen schon länger an zahllosen Straßenecken, die Werbespots sehen und hören wir regelmäßig in Fernsehen und Radio und im Netz kursieren auch schon zahlreiche Videos zum Thema – kurz die Europawahl 2019 wird immer greifbarer.

Vom 23. Mai bis zum 26. Mai sind rund 400 Millionen Europäer aufgerufen zu wählen. Sie haben die Auswahl unter 41 Parteien, 705 Abgeordnete werden nach der Wahl ins Parlament einziehen. Eine „Schicksalswahl“ (Andrea Nahles) im „Schicksalsjahr für Europa“ (Manfred Weber) klingt es dazu aus Deutschland und Frankreichs Präsident Emanuel Macron mahnt im Vorfeld: „Noch nie nach dem zweiten Weltkrieg war Europa so wichtig“.

Auf jeden Fall ist das Interesse höher als bei der letzten Europawahl, 53 Prozent der Deutschen bekunden laut ARD DeutschlandTREND starkes und sehr starkes Interesse an der Wahl. Doch wen sollen wir wählen? Eine App, der Wahl-O-Mat und ein Quiz bieten sich online an, um uns bei unserer Wahl-Entscheidung zu unterstützen. Mit ihnen können wir uns ganz praktisch unterwegs zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit eine erste Orientierung für die passende Partei erklicken oder erwischen. Der recht neue Wahlswiper, der „alt-ehrwürdige“ Wahl-O-Mat oder „Finde Dein Match“ – wir stellen die drei digitalen Wahlhelfer vor.

Das große „Thesen-Klicken“

Der „Wahl-O-Mat“ begleitet Wahlen seit 2002. Auch wir sind Medienpartner des Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung\bpb. Ähnlich wie beim „WahlSwiper“ werden uns hier 38 – teilweise sehr ähnliche - Fragen gestellt. Wir haben drei Antwortoptionen: „stimme zu“, „neutral“ und „stimme nicht zu“. Alternativ können wir Fragen aber auch überspringen. Beim „Wahl-O-Mat“ können wir nach der Fragerunde die einzelnen Thesen gewichten. Anschließend müssen wir wieder die Parteien bestimmen, mit denen unsere Antworten verglichen werden sollen und bekommen danach ein Ranking der zu uns passenden Partei(en). Nach unserer Wahl können wir uns zu den einzelnen Thesen auch durch die Argumente der Parteien klicken (Zitate aus den Wahlprogrammen) und so bei Bedarf auch weitere Infos zu den Parteien erklicken.

Hier geht's zum Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung auf radiowaf.de.

Das große „Thesen-Wischen“

Für „Ja“ müssen wir nach rechts wischen, für „Nein“ nach links: Kenner der Dating-Plattform Tinder werden dieses Auswahl-Prinzip kennen. Die App „WahlSwiper“ der Berliner Agentur Moveact greift es auf und überträgt das Wisch-Prinzip auf die Europawahl. 35 Fragen werden uns in der App gestellt. „Beantworte sie durch swipen und wir matchen Dich mit einer Partei, die gut zu Deinen Ansichten passt,“ heißt es in der App-Beschreibung. Inhaltlich geht es um die unterschiedlichsten EU-Themen wie zum Beispiel: „Soll die EU verbindliche Klimaziele für alle Mitgliedsländer festlegen können?“. Wenn wir eine klare Meinung haben, wischen wir unsere Entscheidung. Alternativ können wir eine Frage auch überspringen.

Sollten wir ein Thema als besonders wichtig ansehen, können wir es per Klick auch „Doppelt gewichten“. Zusätzlich bietet uns die kostenlose App bei manchen Themen auch weitergehende Informationen an. Abschließend müssen wir die Partei(en) auswählen, mit denen unsere Ergebnisse gematcht werden sollen und sofort poppt eine Partei-Empfehlung auf der Basis unserer Entscheidungen auf. Für unsere Toppartei ist dann auch direkt das Wahlprogramm verlinkt. Die App ist eine spielerische Umsetzung mit einer modernen, visuellen Aufbereitung. Sie bietet eine - natürlich nur recht schablonenhafte – Orientierung.

WahlSwiper gibt's für Android und iOS

Das große „Thesen-Quizzen“

Einen umfangreicheren Ansatz bietet uns „yourvotematters.eu“, eine Website, die von fünf europäischen Organisationen entwickelt und von der Europäischen Union mitfinanziert wurde. Ähnlich wie bei den anderen Beispielen warten unter „Finde dein Match“ 25 Fragen auf uns. Wir können mit „dafür“, „enthalten“ und „gegen“ votieren und zusätzlich jedes Thema auch gewichten.

Schon während des Wahlprozesses werden uns zu jeder Frage die Pro- und Contra-Argumente angezeigt. Bei Bedarf können wir uns auch direkt zusätzliche Infos zum jeweiligen Thema erklicken. Nach der Beantwortung der Fragen haben wir die Wahl – wollen wir die Ergebnisse auf Parteien oder Kandidaten bezogen, europäisch oder national ausgewertet bekommen.

Die Website funktioniert ähnlich leicht und spielerisch wie die Apps. Visuell ist sie „etwas sparsam“. Die direkte Verbindung mit den Pro- und Contra-Argumenten ist hilfreich und informativ, die Ergebnisse der Befragung differierten jedoch deutlich von den recht stimmigen Parteien-Treffern der Apps. Hier geht es zum Quiz.

Wer anschließend noch weitere Informationen zur Europa-Wahl 2019 (Positionen, Parteien und Kandidaten etc.) sucht, die Bundeszentrale für politische Bildung hat einen Extra-Themenseite mit einem umfangreichen Informationsangebot aufgesetzt. Und auf tagesschau.de können wir uns schnell zu den Wahlprogrammen der Parteien klicken.

Ihr wollt noch mehr Infos zur Europawahl? Dann schaut doch mal bei der Expedition EU vorbei. Drei Journalisten reisen 15 Tage vor der Wahl durch 15 EU-Staaten und fangen die Stimmungen zu ganz unterschiedlichen Themen in Text, Video und Podcast ein und nehmen euch mit auf ihre Reise.


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Eine Person die eine Computertastertur mit Maus bedient

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