Handy oder Navi – was euch besser zum Ziel bringt

Das Hotel für den Wochenendkurztrip in unserer Wunschstadt, den Sportplatz bzw. die Halle des Wochenendgegners oder die Location für das Dienstmeeting finden – wenn wir mit uns unbekanntem Ziel ins Auto steigen, schlägt meist die Stunde der Navigationsgeräte - kurz Navis - oder der Handys mit Navigations-App. Letztere haben dabei erstere stark in Bedrängnis gebracht.

Unter dem Konkurrenzdruck der Smartphones mit Navi ist die Zahl der „Saugnapf-Navis“ in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen: 2017 wurden aber immer noch 1,4 Millionen Geräte verkauft (in Spitzenzeiten waren es mal über 4 Millionen jährlich). Doch macht ein Navigationsgerät überhaupt noch Sinn und welches Gerät ist besser? Oder sind Apps die besseren Pfadfinder? Die Stiftung Warentest wollte genau das wissen.

Sie montierte sieben Navigationsgeräte und sechs Smartphones in den Fond eines Autos und fuhr damit tausende Kilometer von A nach B, nach C, nach D... . Dabei wurde akribisch gemessen und ausgewertet, welche Routen ihnen die Geräte vorschlugen, wie sie die Fahrer um Staus steuerten und wie schnell App oder Navi die Ergebnisse auswarfen. Ein Blick auf den richtigen Begleiter für die nächste Autofahrt.

Warum ein Navi?

Ein Navigationsgerät hat immer noch zwei entscheidende Vorteile: Erstens ist alles direkt „an Bord“: Das Kartenmaterial – meist für ganz Europa - ist gespeichert, dazu ein Staumelder mit Alternativrouten und bei den getesteten Tomtom-Geräten auch ein Blitzer-Warner (siehe unten).

Dazu sind im Paket auch direkt die Halterung und das Netzkabel – also das klassische Rundum-Sorglos-Paket.

Das führt zum zweiten Vorteil – die Geräte sind auch ohne Netz direkt startklar. Wichtiges Datenvolumen wird gespart, weil erstens nichts geladen werden muss und auch die massiv Datenvolumen verbrauchende Zielführung während der Fahrt entfällt.

Vorteil Smartphone

Wir sparen, denn ein Smartphone hat ohnehin fast jeder. Zusammen mit einer kostenlosen App wie Google Maps, Apple Karten oder Waze wird es zum kostenlosen Navi.

Doch das Smartphone-Navi braucht satt Strom und ebenso satt Datenvolumen - laut Tester benötigt Apple Karten allein für eine zwölf Kilometer lange Stadtfahrt zehn Megabyte, Google Maps „begnügte sich“ mit acht. Im Test gab es deswegen in diesem Punkt ein sattes „mangelhaft“.

Die Alternative sind kostenpflichtige Apps, die die Vorteile der Navigationsgeräte aufs Smartphone bringen. Allerdings gilt für beide Varianten - rechtlich dürfen wir das Smartphone nur bedienen, wenn wir stehen.

And the winner is...

...mal auf den ersten Blick Google Maps – die kostenlose App schlug in Punkto Routenführung, Schnelligkeit der Routenberechnung und Einbeziehung von Verkehrsnachrichten inklusive Alternativrouten-Vorschlägen die gesamte Konkurrenz. Damit hatte sie im wichtigsten Punkt die Nase vorn - wenn auch nur knapp.

Gesamtsieger wurde die App aber nicht. Denn die Spitzen-Navigeräte von TomTom (das Go 6200 und das Go Essential 6) und Garmin (DriveSmart6.1) überzeugten zusätzlich mit einfacher Handhabung, großer Vielseitigkeit und geringem Datenverbrauch. Dafür müssen wir für diese Geräte aber auch bis zu 380 Euro zahlen.

Eine Alternative ist die TomTom-App Go Mobile. Sie überzeugte im Test ebenso wie ihre „Navi-Brüder“, ist mit 20 Euro pro Jahr aber deutlich günstiger.

Blitzer-Warner

Ein Extrapunkt im Navitest betrifft die Blitzer-Warner. Diese informieren, wenn wir uns unterwegs einer Geschwindigkeitskontrolle nähern. Die Tester warnen, denn grundsätzlich ist ihre Nutzung während der Fahrt verboten. Wenn wir erwischt werden, droht ein Punkt in Flensburg und 75 Euro Bußgeld. Trotzdem sind sie in verschiedenen Navis und Apps integriert.

Der ADAC rät, diese Funktion auszuschalten, weil schon die Betriebsbereitschaft strafbar sein kann. Allerdings dürfen wir uns vor der Fahrt durchaus über Blitzer auf unserer Strecke informieren. Und unser Beifahrer darf auch während der Fahrt eine entsprechende App nutzen (hier ein Test von Blitzwarn-Apps) - aber nur auf seinem eigenen Handy, das nicht in einer Halterung befestigt sein darf.

Besonders vorsichtig sollten wir mit den Blitzer-Warnern übrigens auf Reisen sein – in der Schweiz kann der Einsatz bis zu 200 Euro kosten und in Österreich bis zu 4.000 Euro.

Umfahren oder Aussitzen

Zum Schluss noch eine Empfehlung der Tester zu einer unser aller Gretchenfragen unterwegs: Ist es sinnvoll bei Staumeldungen den Umfahrungsempfehlungen von Navi oder App zu folgen? Die klare Antwort der Tester – Ja. In der Regel sind die Geräte- bzw. App-Angaben sehr genau und wir sparen Zeit, manchmal nur Minuten, manchmal mehr, aber es lohne sich auf jeden Fall.

Der gesamte Test von Stiftung Warentest mit sieben Navigationsgeräten und 13 Navigations-Apps kann für drei Euro heruntergeladen werden. 


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