Responsive image
 
---
---
iPhone_6_Smartphone_Handy
Apple Glass

Apple Glass: Zweite Chance für Datenbrillen?

Finger tippen auf Smartphone
  • Hip statt Flop - bekommt die Datenbrille eine 2. Chance?
  • "Apple Glass" soll die AR-Brille aus Cupertino heißen und Anfang 2021 vorgestellt werden
  • Verschiedene andere Hersteller und StartUps arbeiten an eigenen Datenbrillen

Datenbrille floppte vor rund sechs Jahren

„Aber wenn sich am Horizont etwas so anderes und mutiges abzeichnet (wie das iPhone und iPad), so ist es sicherlich Google Glass", so urteilte der amerikanische Journalist David Pogue über die Datenbrille im September 2013 in der New York Times. Die so gepriesene Brille kam 2014 in den USA auf den Markt, 2015 wurde der Verkauf aber schon wieder eingestellt. Datenschützer hatten weltweit aufbegehrt. Die Befürchtung: Mit der Brille könne die Umgebung des Trägers unauffällig ausgespäht und die Ergebnisse auf Servern von Google übertragen werden. Das war zu der Zeit, zu der Google auch Probleme mit Google Streetview hatte.

Googles langer Atem

Der Start war zwar mies, aber Google hat nach dem offiziellen Verkaufsstopp weiter an der Brille gearbeitet. Hinter den Kulissen wurde die Brille Business-Partnern angeboten, die Deutsche Post DHL soll laut Google WatchBlog schon lange einer der Kunden sein. Dort soll sie Mitarbeitenden helfen, „ständig neue Daten griffbereit zu haben und so auf zusätzliche Monitore und Endgeräte verzichten zu können“. Unter der Bezeichnung „Glass Enterprise Edition 2“ ist die Google-Brille seit Februar wieder frei zu kaufen. Über 1.000 Dollar kostet die Brille und das Angebot richtet sich ausschließlich an Entwickler. Manch ein Experte sieht dieses Angebot aber als einen zweiten Versuch, die Brille alltagstauglich zu machen.

Apple springt (wohl) auf den Datenbrillen-Zug auf

Erste Informationen zu einer Augmented Reality-Brille (AR-Brille) von Apple gab es schon 2018. Damals wurde Apple-Chef Tim Cook mit den Worten zitiert, „ich bin aufgeregt wegen der Dinge, die man damit tun könnte, um viele Leben zu verbessern.“ Jetzt werden die Pläne konkreter. Der YouTuber John Prosser ist ein bekannter Leaker, der immer wieder interne Informationen aus dem Apple-Imperium verrät. In einem Video hat er nun konkrete Eckdaten zur Datenbrille „made by Apple“ veröffentlicht. Sie soll "Apple Glass" heißen, in jeder Linse ein Display besitzen, sie soll ab rund 500 Dollar zu haben sein und die Vorstellung sei entweder schon im Herbst 2020 auf der Apple Keynote oder Anfang 2021 zu erwarten. Kaufen können werden wir die Apple Glass allerdings erst Ende des kommenden Jahres bzw. Anfang 2022.

Kamera? Nein Danke!

Die Apple Glass wird nach Prosser keine Kamera besitzen - damit könnte der AR-Brille der Datenschutz-Gau der Google-Glass erspart bleiben. Stattdessen ist die Apple-Brille mit speziellen Sensoren zu 3D-Abtastungen und zur Tieferfassung der Umgebung ausgestattet. Gesteuert wird die neue Brille per Gesten, die Daten sollen per Funk vom ebenfalls neuen iPhone 12 kommen und so ins Sichtfeld des Nutzers gespielt werden. Doch welche Inhalte? Und wie könnten konkretere Nutzungsmöglichkeiten aussehen? Darüber schweigt der Leaker - bislang.

AR-Brillen made in China

Gleich vier chinesische Hersteller bereiten den Marktstart bzw. Updates ihrer AR-Brillen für dieses Jahr vor. Die Modelle ähneln sich in Design und Funktion: Mit bis zu drei Kameras ausgestattet, werden sie per Gesten oder Sprache gesteuert und ein Taschencomputer oder das Smartphone dienen als Zuspieler. Vortester waren im Januar 2020 begeistert von der Auflösung und Schärfe - Apps wie YouTube oder Facebook konnten ebenso in den Raum projiziert werden wie ein Fotomodell, dass in 3D kaufbare Kleidung anbot. Werden AR-Brillen also möglicherweise zum Techniktrend für die Allgemeinheit? Enno Park von Cyborgs e.V. (ein Verein, der sich mit Techniken wie Robethik, Bionik und Prothetik beschäftigt) hatte schon 2018 in einem Interview gesagt: „Das Image ist so mies, dass die Hersteller es sehr schwer haben werden, Datenbrillen für private Verbraucher zu vermarkten.“ Allerdings sagte er auch, wenn die Brillen „klein, leicht und schick“ wären, hätten sie eine Chance. Die Meldungen aus China und die Leaks zur Apple Glass scheinen zu zeigen, dass diese Punkte von den Firmen erfüllt werden.


Der wöchentliche Blick ins Web

Eine Person die eine Computertastertur mit Maus bedient

Das Internet schläft nicht - ständig gibt es neue Trends, neue Plattformen, neue Apps und täglich Veränderungen. Mit uns behaltet ihr den Überblick - denn wir präsentieren Ihnen hier jede Woche was es Neues gibt in der digitalen Welt.