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Oliver Behrendt
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Album der Woche

Album der Woche: Max Giesinger - "Vier"

Wie nennt man eigentlich sein viertes Album? Max Giesinger hat es sich relativ einfach gemacht. Drauf ist es auch einfach... einfach gute Musik. Unser Album der Woche.

Es liegt in der Natur von Reisen, dass sie irgendwann enden. Und manchmal braucht man ein bisschen, bis man selbst versteht, dass ein Trip vorbei ist. Max Giesinger ging es genauso. Vor drei Jahren erschien „Die Reise“, sein drittes Album, mit dem er einen Sommer und vier andere Jahreszeiten lang durch die Gegend zog, bis Corona der Sache ein vorläufiges Ende bereitete. Und Max begriff: Das ist okay so. Es war eine perfekte Zusammenfassung seiner eigenen Reise durch die (Musik-)Welt, der Schlusspunkt einer Trilogie. 

Wenn etwas aufhört, beginnt etwas Neues. Und Reisen enden in der Regel dort, wo man zuhause ist. Und so muss man laut Max Giesinger "Vier" sehen. Oder vielmehr: hören. "Vier" ist nämlich das vierte Album von Max Giesinger. Ein Neubeginn, ein Ankommen bei sich selbst, ein Trip in die Untiefen der eigenen Seele. 


Album der Woche: Adele - "30"

Es ist soweit: Das lang ersehnte neue Album von Adele ist auf dem Markt. "30" ist ihr viertes Studioalbum und wird mit absoluter Sicherheit wochenlang auf Nummer eins der Charts liegen. Und ihr könnt es euch hier anhören.

London (dpa) - Die Kulisse ist filmreif und fast ein wenig kitschig. Vor dem Panorama eines perfekten Sonnenuntergangs in den Hollywood Hills gibt Adele ihr erstes Konzert seit über vier Jahren. Am Griffith-Observatorium begeistert die Sängerin ein erlesenes Publikum - darunter Schauspieler Leonardo DiCaprio, Popstar Lizzo und Talker James Corden. Sie singt nicht nur bekannte Hits wie "Hello", den Bond-Song "Skyfall" oder "Rolling In The Deep", sondern gewährt auch einen Vorgeschmack auf ihr viertes Album. Gleich vier neue Lieder von "30" gibt die 33-Jährige bei dem Auftritt zum Besten, der schon im Oktober aufgezeichnet und am 14. November als Teil eines TV-Specials von US-Talk-Ikone Oprah Winfrey ausgestrahlt wurde. Unterbrochen wird der Gig von Interview-Passagen. Dafür hatte Adele - wie im März Prinz Harry und Herzogin Meghan mit ihrem heiklen

Interview - neben Oprah im Garten Platz genommen. Das TV-Event, als persönliches Gespräch zwischen den beiden Frauen vermarktet, lieferte - anders als Oprahs Gespräch mit den Royals - jedoch nichts Kontroverses.

Während sich der Himmel über den berühmten Hollywood-Buchstaben verdunkelt, singt Adele, die viel Energie und Selbstbewusstsein ausstrahlt, neben ihrer Comeback-Single "Easy On Me" auch die wuchtige Soulballade "I Drink Wine". Darin verarbeitet sie die Trennung von ihrem Mann Simon Konecki vor drei Jahren. "Du kannst mir glauben, dass ich versuche zu klettern", singt sie. "Aber auch wenn wir immer höher klettern, sind wir doch kein bisschen schlauer."

Der Wein, so die Kernbotschaft des Songs, ist das letzte, was noch die Stimmung hebe, aber damit könne niemand zufrieden sein. "Ich habe aufgehört, Alkohol zu trinken", berichtet Adele bei Oprah. "Ein hervorragender Schritt, um sich selbst wirklich kennenzulernen, ist einfach Wasser zu trinken und absolut nüchtern zu sein."

Die Sängerin hat ohnehin ein ambivalentes Verhältnis zum Alkohol. "Er hat mir meinen Vater genommen." Als sie zwei Jahre alt war, verließ er die Familie. In diesem April starb er an Krebs. Nachdem sie sich in den vergangenen Jahren angenähert hatten, konnte Adele ihrem Vater immerhin noch ihr neues Album vorspielen, bevor er starb. "Seine Lieblingssongs waren meine Lieblingssongs, das war unglaublich", erzählt sie bei Oprah. "Das war alles sehr, sehr heilsam."

Die Scheidung hingegen nagt noch sehr an Adele. Es sei ihr peinlich, dass sie "so schnell geheiratet" habe und sich dann habe scheiden lassen. Ihr ganzes Leben sei sie davon besessen gewesen, eine intakte Familie zu haben, "weil ich selbst nie eine hatte", sagt Adele mit Blick auf den abwesenden Vater. "Als ich sehr jung war, habe ich mir selbst geschworen, dass, wenn ich Kinder habe, wir zusammen bleiben. Und ich habe das wirklich, wirklich lange versucht."

Das mutmachende "Hold On" dreht sich wohl auch um ihre zerbrochene Ehe und die Leere danach. "Halte durch, lass dir Zeit, bleib geduldig", schmettert sie. "Bald kommt die Liebe, halte einfach durch." Die mitreißende Soulnummer zum Schmachten gipfelt in einem grandiosen Finale mit Gospelchor. Und die neue Ballade "Love Is A Game" erinnert in Ansätzen an den Etta-James-Klassiker "At Last". Längst darf man Adele in einem Satz mit solchen Ikonen nennen.

Dass sie in ihren Liedern so viel Privates preisgibt, ist gewollt. "Musik hilft mir in vielen Situationen, und ich möchte das auch für Andere tun, sie daran erinnern, dass sie nicht allein sind", erklärt sie auf Oprahs Sofa. Auch wenn sie durchaus manchmal Zweifel plagen. "Es gab Momente, als ich das Album geschrieben habe oder mir im Nachhinein noch mal etwas angehört habe, wo ich gedacht habe: 'Das ist vielleicht etwas zu privat.' Aber nichts ist so beängstigend wie das, was ich die letzten zwei, drei Jahre hinter verschlossenen Türen durchgemacht habe. Also habe ich keine Angst."


Album der Woche: Michael Patrick Kelly - "BOATS"

Vier Jahre nach seinem Platin Album “iD” kommt Michael Patrick Kellys fünftes Studioalbum: "BOATS" - für “Based On A True Story”. Es ist unser Album der Woche


"Beautiful Madness" und "Throwback" haben bereits international die Charts erobert. Nun kommt das Album mit 15 Songs – allesamt basierend auf wahren Geschichten, wie sein Label Sony dazu bekanntgegeben hat. 

Da wäre beispielsweise der Häftling, der in seiner Gefängniszelle zum Ikonenmaler wird und lernt, sich selbst neu zu malen - zu hören auf dem Song "Icon". Eine laut Michael Patrick Kelly beeindruckende Begegnung. Er selber trat in der Vergangenheit mehrfach für Häftlinge hinter Gittern auf. Und da wäre der blinde paralympische Gold-Langstreckenläufer, der seinen kollabierten, sehenden Begleiter ins Ziel schleppt, allein mit Hilfe von Zurufen des Publikums ("Running Blind"). 

Die Songs auf seinem neuen Studioalbum "BOATS" - Abkürzung für "Based On A True Story" sollen Mut, Trost und Hoffnung geben, ohne dass es blauäugig wirken würde. 

Musikalisch kennt das Album genretechnisch zudem keine Grenzen.

Michael Patrick Kelly im Interview