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Nachrichten aus dem Kreis Warendorf

IHK kritisiert Bürokratie im Gastgewerbe

Staatliche Vorgaben und bürokratische Aufgaben kosten Unternehmen im Gastgewerbe einen erheblichen Teil ihrer Rendite. Das zeigt eine aktuelle Studie, nach der die Bürokratiekosten bei einem typischen Unternehmen der Branche bei etwa zweieinhalb Prozent des Umsatzes liegen. Nach Berechnungen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen schultern damit allein die rund 5.750 steuerpflichtigen Unternehmen des Gastgewerbes im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region jährlich Bürokratiekosten von 50 Millionen Euro.

Unter Berücksichtigung durchschnittlicher Margen bei gleichzeitig hohen Arbeitsbelastungen könne das Betriebe in ihrer Existenz gefährden, sagt Christian Streege, Volkswirt bei der IHK Nord Westfalen. Grundlage für die Berechnung sind eine aktuelle Studie von Sira Consulting im Auftrag des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) sowie Daten der aktuell verfügbaren Umsatzsteuerstatistik von 2017.

Angesichts der Studienergebnisse fordert die IHK Nord Westfalen die Politik auf, „Unternehmen von unnötigen und aufwändigen Informations- und Meldepflichten zu befreien und den Erfüllungsaufwand zu reduzieren“, so Streege. Zwar thematisiere der Gesetzgeber die bürokratischen Lasten für Unternehmen inzwischen bei neuen Vorschriften. Allerdings sei davon in der betrieblichen Praxis „häufig nicht viel zu spüren“, so Streege. Konkrete Vorschläge, um die Betriebe zu entlasten, liefert die IHK gleich mit. Sie reichen von einer Verkürzung der Aufbewahrungsfristen über eine praktische Ausgestaltung der Datenschutzgrundverordnung bis zu einer Abschaffung der Meldescheine bei Übernachtungsgästen. Dabei akzeptierten die Unternehmen „durchaus den Sinn und Zweck einzelner Regelungen", sagt Streege. Bei mehr als der Hälfte der bestehenden Verpflichtungen vermissten die Unternehmen jedoch einen direkten Bezug zu den Geschäftsprozessen.